Neuerscheinungen des Ilsfelder Heimatvereins

 

 

Der Heimatverein hat im Jahr 2021 zwei hoch interessante Bücher herausgebracht.

 

 

 

Im Frühjahr erschien das Buch „Kleindenkmale in Ilsfeld, Auenstein, Abstetterhof, Helfenberg, Wüstenhausen, Schozach“. 

 

Mitglieder des Heimatvereins sind auf die Suche gegangen und haben in unzähligen Stunden viele Denkmale unserer Gemeinde ausfindig gemacht, fotografiert und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Denkmalen zusammengetragen. Herausgekommen ist ein 124-seitenumfassendes Buch mit interessanten Abbildungen und Beschreibungen.

 

 

Buchpreis 19,80 €

 

 

 

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums des Ilsfelder Holzmarktes erschien im Herbst das Buch

 

 „Vom Bartholomäusmarkt zum Holzmarkt mit Kirchweihe und Krämermarkt in Ilsfeld“.

 

In diesem Buch berichtet Walter Conrad von den Anfängen und der Entstehung des Marktes über die Entwicklung bis in die heutige Gegenwart. Das Buch wurde mit vielen Bildern von den Umzügen und dem Marktgeschehen bereichert. Die Gestaltung des Buches wurde von Ursula und Thomas Weimar übernommen, sie haben auch die Bilder beigesteuert.

 

 

Buchpreis 14,90 €

 

 

Beide Bücher können beim Heimatverein unter der E-Mail Adresse, heimatverein.ilsfeld@web.de oder auch telefonisch bei Astrid Schulz, Tel.:  07062/96632, Katharina Seher Tel.:  07062/979624 und Walter Conrad Tel.:  07062/61332 bestellt werden oder sind über die Firma Weimar Graphik u. Druck in Ilsfeld oder die Gemeinde Ilsfeld (Rathaus) zu beziehen.  

 

 


Erinnerung an den Bahnanschluss von Ilsfeld im November 1899

 

Ilsfelder Nachrichten Ausgabe Nr. 48 vom 02. Dez. 2021

 

 

 

 

Im Oktober 1845 hatte in Württemberg das Eisenbahnzeitalter mit der Inbetriebnahme der Bahnlinie Cannstatt – Untertürkheim begonnen. In raschen Schritten erweiterten die Württembergischen Staatsbahnen ihr Eisenbahnnetz und bereits ein Jahr später, im Okt. 1846, gab es eine durchgehende Verbindung zwischen Ludwigsburg und Esslingen. Im Jahr 1848 wurde Heilbronn von Ludwigsburg her über Bietigheim an das Schienennetz angeschlossen. Nach 1880 war der Ausbau der wichtigsten Strecken, die für die damaligen Wirtschaftszweige wichtig waren, abgeschlossen. Für alle abseits gelegenen Ortschaften, hatte das neue Verkehrsmittel keine Verbesserung gebracht, sie waren weiterhin auf Kutsche und Pferdefuhrwerk angewiesen. Ein Eisenbahnanschluss durch das Bottwar- und Schozachtal wurde zunächst auf Grund einer zu geringen Wirtschaftlichkeit abgelehnt. Schon 1845, als der Bau der Nordbahn Ludwigsburg – Heilbronn anstand, hatte man große Hoffnung, die Schienen könnten auf der östlichen Seite des Neckars durch das Bottwartal führen. Doch daraus wurde nichts.

 

 

Im Jahr 1889 ergab sich in Anbetracht eines günstigen Staatshaushalts die Gelegenheit erneut, mit Nachdruck auf den Bau einer Eisenbahnstrecke von Marbach nach Beilstein zu drängen. Im Febr. 1889 fand in Großbottwar eine Bürgerversammlung statt, an der der Landtagsabgeordnete des Bezirks Marbach, der Ökonomierat Stockmayer, teilnahm und den Forderungskatalog des Staates an die beteiligten Gemeinden mitteilte. Gemeinderat und Bürgerausschuss beschlossen die genannten Bedingungen zu akzeptieren und den Bau einer staatlichen Sekundärbahn durch das Bottwartal möglichst schnell in die Wege zu leiten. Ein „Komitee für die Erbauung einer Eisenbahn von Marbach durch das Bottwarthal nach Heilbronn“ wurde gegründet, um Vorschläge zur Streckenführung und Kostenvoranschläge auszuarbeiten. Nach gut einem Jahr konnte das Aktionskomitee seine Planung vorlegen. Die Enttäuschung war jedoch groß, als von Seiten der königlichen Regierung die Entscheidung fiel, die Bahnstrecke vorerst nur bis Beilstein einzurichten und nicht wie geplant auf Normalspur sondern nur auf einer Spurweite von 750 mm “sprich Schmalspur“ laufen zu lassen, da dies die kostengünstigere Variante war. Am 9. Mai 1894 wurde schließlich das erste Teilstück der Bahn zwischen Marbach und Beilstein eröffnet.

 

 

Einweihung des Ilsfelder Bahnhofs im November 1989

 

(Foto entnommen aus dem Ilsfelder Heimatbuch)

 

 

bis nach Heilbronn ließ noch über 5 Jahre auf sich warten. Erst am 25.11.1899 wurde der Betrieb des Teilstück Beilstein-Ilsfeld der Bahnstrecke aufgenommen. Ab 01.12.1900 konnte dann die Bahnstrecke für den Personen- und den Güterverkehr bis zum Südbahnhof nach Heilbronn aufgenommen werden.

 

 

 

Der Auensteiner Bahnhof

 

(Foto entnommen aus dem Buch Bottwar- und Zabergäubahn)

 

 

Nun hatten die Gemeinden des Bottwartals und des Schozachtals ihren lang ersehnten Anschluss an das Eisenbahnnetz erhalten. Für die Bevölkerung hatte die Bahnanbindung einen bedeutenden Fortschritt gebracht. Anstelle zu Fuß, mit dem Rad oder der Kutsche konnte man nun bequemer mit dem Zug zur Arbeit fahren, zum Arztbesuch, zum Einkaufen oder Behördengänge in der Stadt erledigen.

 

Auch für den Güterverkehr hatte eine neue Epoche begonnen. Mit der Bahn konnten nun vor allem Baustoffe, Holz, Kohle aber auch Wein, Obst und Zuckerrüben einfacher transportiert werden.

 

Quellen:

 

Ilsfeld: Ein Heimatbuch

 

Bottwar- und Zabergäubahn, Autoren: Joachim Knupfer / Josef Högemann, Verlag Kenning

 

 

Manfred Braun


Ausflug nach Bönnigheim

 

Ilsfelder Nachrichten Ausgabe Nr. 45 vom 11. Nov. 2021

 

 

 

Einige Mitglieder des Heimatvereins trafen sich zu einer Stadt- und Erlebnisbesichtigung unserer Nachbargemeinde Bönnigheim. Zuerst ging es mit dem Stadtführer Kurt Sartorius durch die Altstadt. Er hatte über spannende, teilweise auch grausame Geschichten zu berichten, die sich hinter manchen Türen der historischen Gebäude abspielten.

 

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört das Stadionsche Schloss, das im spätbarocken Stil erbaut wurde. Reichsgraf Friedrich von Stadion, Minister und Kanzler des Erzbischofs und Kurfürsten von Mainz, baute sich 1756 sein Landschlösschen als Sommerresidenz.

 

 

Führung durch die Innenstadt von Bönnigheim

 

 

Anschließend besuchten wir die Cyriakuskirche, ein hervorstechendes Bauwerk der Bönnigheimer Altstadt. Die Stadtkirche hat wie durch Wunder alle Wirren und Kriege der letzten Jahrhunderte überstanden. Im Inneren der Kirche fällt der Blick zum einen auf die Säulen des mächtigen Querbaus, der sich zwischen Langhaus und Chor befindet, zum anderen auf den Hochaltar, ein Prunkstück mittelalterlicher Holzskulptur. An der Seite befindet sich das Tafelbild der Barbara Schmotzerin aus dem 15. Jahrhundert; mit ihren 53 Kindern gehörte sie zu den kinderreichsten Frauen Deutschlands.

 

 

 

Die Arzney-Küche, ein kleines Museum im Labor eines ehemaligen Apothekers, war unser nächstes Ziel. Hier erfuhren wir einiges zur Geschichte der Medizin und der Zusammenwirkung von Alkohol und Heilkräutern.

 

 

 

 

 

Im Museum „Arney-Küche“

 

 

Höhepunkt und Abschluss unseres Ausflugs war der Besuch des Schnapsmuseums. Dieses ist im ältesten Gebäude Bönnigheims, dem Steinhaus beheimatet. Hier befindet sich die größte alkoholgeschichtliche Museumssammlung. Kurt Sartorius erläuterte, wie es dazu kam, dass ausgerechnet in Bönnigheim ein Schnapsmuseum eingerichtet wurde. Als 1977 die Schnapsbrennerei Krebs verschrottet werden sollte, hatte er die Idee, die Destille als Grundausstattung für ein Heimatmuseum zu übernehmen. Im Laufe der Jahre kamen weitere Alkohol-Destillationsgeräte hinzu. Besonders interessant ist die Abteilung der Schwarz- und Geheimbrennereien. Hier war viel über den Erfindungsreichtum der Schwarzbrenner zu erfahren.

 

Im Museum gibt es zur Zeit eine Sonderausstellung mit einem kurzen Film, „Mord am Bönnigheimer Bürgermeister“ zu sehen. Im Jahr 1835 wurde der Bönnigheimer Bürgermeister durch Schüsse aus dem Hinterhalt kurz vor seiner Haustüre erschossen. Der Mörder floh in die USA. Bei diesem Fall wurde die Kriminalballistik, das Untersuchen einer Geschosskugel, in Bönnigheim im Jahr 1835 zum ersten Mal angewandt, 53 Jahre vor Frankreich, was seither als Erfindung der Kriminalballistik gilt. Der Fall konnte 37 Jahre später noch aufgeklärt werden.

 

Zum Abschluss unseres Ausflugs gab es im Gewölbekeller des Museums noch ein deftiges Vesper und eine Schnaps- und Likörverkostung. Kurt Sartorius, ein hervorragender Kenner der Herstellung von hochprozentigen Spirituosen, hatte viele humorvolle Anekdoten und Trinksprüche auf Lager und alle, die nicht selbst mit dem Auto fahren mussten, konnten ihren Gaumen dabei verwöhnen lassen.

 

 

 

Manfred Braun

 


Wer wir sind

Im Jahr 1985 haben Bürgerinnen und Bürger aus Ilsfeld und den Teilorten unter der Federführung von Altbürgermeister Eugen Härle den Heimatverein gegründet.

 

Was wir leisten

Der Ilsfelder Heimatverein hält mit Veröffentlichungen, Vorträgen, Ausflügen und Besichtigungen das Interesse für Heimatgeschichte, Kultur und Brauchtum lebendig.

 

Kontakt

 Ilsfelder Heimatverein

Altes Lehrerwohnhaus

Charlottenstraße 7
74360 Ilsfeld

heimatverein.ilsfeld@web.de