Ferienrätsel 2025 für Jung und Alt – Die Auflösung

Ilsfelder Nachrichten Ausgabe Nr. 37/38 vom 11.09. u. 18.09.2025

 

Das zu erratende Lösungswort des diesjährigen Ferienrätsels lautet: „Hürbelgeist“.

 

Wahrscheinlich fragen sich manche, warum wir diesen Begriff gewählt haben, der heute nur noch wenigen bekannt ist.

 

Eine Straße im Neubaugebiet „Westliches Bild“ trägt den Namen „Hürbelweg“. Der Straßenname bezieht sich auf eine Flur mit demselben Namen am Ortsrand von Ilsfeld in Richtung Schozach. Dort zweigen zwei Wege ab. Der Weg nach links führt zur Kläranlage, der Weg nach rechts Richtung Aussiedlerhöfe „In der Klee“. Folgt man diesem Weg, dann führen nach etwa 200 bzw. 400 Meter zwei Wege nach links Richtung Schozach. Die Flurstücke bei diesen Wegen gehören zum Gewann „Hürbel“.

 

Für die Geschichte – und Gegenwart – Ilsfelds hat die Hürbel eine besondere Bedeutung. Bei Erntearbeiten blieb 1931 eine eigenartige Figur in der Sichel einer Bäuerin hängen. Die Frau hat den seltsamen Fund nicht weggeworfen, sondern gab die Bronzefigur weiter, damit sie von Fachleuten begutachtet werden konnte.

Das Landesdenkmalamt hat die Figur unter die Lupe genommen  und festgestellt, dass es sich um ein Statuette aus der keltischen Zeit handelt. Das Städtische Museum Heilbronn und die Gemeinde Ilsfeld erhielten eine Nachbildung.

 

Die Statuette geht auf das 4. Jahrhundert v. Chr. zurück, sie gehört zu den beeindruckenden Nachweisen der keltischen Besiedlung von Ilsfeld.

 

Adelheid Hanke schreibt (Heimatbuch Seite 30 und 31): „Es handelt sich um eine 6,8 cm hohe Bronzestatuette, deren Mund, Nase, besonders aber die hervorstehenden Augen sehr ausgeprägt dargestellt sind. Die Figur trägt eine konische Kopfbedeckung, es mag eine Mütze oder Hut sein. Die Unterarme sind in Adoranten-Haltung emporgehoben (mit erhobenen Händen anbetend oder huldigend) und die Hände in Höhe der Stirne gespreizt. Dieses Figürchen ist ein gutes Beispiel für die Eigenart persönlicher Ausdrucksform keltischer Künstler – der Hersteller der Statuette war offensichtlich bestrebt, sich auf Wesentliches zu beschränken.“ (Heimatbuch Seite 30).

 

Bei Ausstellungen zur Geschichte der Kelten wurde die Rarität im Landesmuseum präsentiert.

 

Keltisches Amulett, gefunden 1931 in der „Hürbel“ in Ilsfeld

Mit einiger Sicherheit kann gesagt werden, dass die Figur als Amulett diente, sie sollte vor Schaden und Gefahren bewahren. Wegen der religiösen Bedeutung und dem Fundort hat man dem Amulett in Ilsfeld den Namen „Hürbelgeist“ gegeben. Später wurde der Fundort dem benachbarten Gewann „Schmerbel“ zugeordnet.

 

Heute werden Ilsfelderinnen und Ilsfelder, die sich um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, mit einer vergrößerten Nachbildung der keltischen Figur ausgezeichnet, man verwendet die vertrautere Bezeichnung „Ilsfelder Männle“ für das keltische Amulett, den früheren „Hürbelgeist“.

 

Die Bronzestatuette aus der Zeit vor etwa 2 500 Jahren, hat damit – wie oben erwähnt – in der Gegenwart neue Bedeutung gewonnen. Mit dem Ferienrätsel in diesem Jahr wollte der Heimatverein den geschichtlichen Hintergrund des „Ilsfelder Männle's“ in Erinnerung bringen.

  

Hier nun die richtigen Lösungen zu unseren Rätselfragen

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 1

Auf dem Neuen Friedhof steht der als Mauerhäusle bezeichnete Unterstand. Auf

einer Informationstafel ist die Geschichte des Häusle's erläutert. Das Mauerhäusle hat Prof. Dr. Karl Vollmöller gespendet, der in Ilsfeld geboren ist.

 

Karl Vollmöller lebte als Professor in

  Dresden          (H)

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 4

Die mit gotischen Ziffern geschriebene Jahreszahl 1585 befindet sich

  an der Mauer beim Gebäude Mühlstrasse 1      (B)

   

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 7

Einige Straßen im neuen Auensteiner Baugebiet  „Hühnlesäcker“ wurden benannt nach

  Verdienstvollen Auensteiner Bürgern     (G)

  

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 10

Die gusseiserne Brunnensäule steht

 

   in einem Garten in der Lindenstraße (Hauptstraße) in Wüstenhausen     (S)

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 2

Die Abbildung zeigt ein Gleichnis, das Jesus erzählt hat. Der verlorene Sohn kehrt reumütig in das Haus seines Vaters zurück.

 

Das Bild befindet sich am

V Haus an der Ecke Große Hasengasse/Auensteiner Strasse   (Ü)

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 5

 

Das alte Schulhaus in Auenstein wurde abgerissen.

Was ist auf dem großen Platz inzwischen entstanden?

Lösung:

  Ein Parkplatz            (E)

  

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 8

Am Haupteingang zum Friedhof ist die Grabplatte von Anna Dorothea Denzel und ihrer Mutter Anna Magdalena geb. Wieland eingemauert.

Anna Dorothea wird „M(agister) Joh. Christoph Denzels, Pfarrers allhier, ehlich gewesene herzliebe Hausfrau“ genannt.

 

Wie lange war Anna Dorothea mit Pfarrer Denzel verheiratet?

 

27 ½ Jahre       (E)

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 11

 

In Helfenberg ist eine historische Wirtschaft wieder an manchen Wochenenden geöffnet. Ist es

  Die Traube      (T)

  

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 3

Die Aufnahme zeigt die Kundschafter, die nach der Erkundung des gelobten Landes mit einer riesigen Weintraube zum Volk Israel zurückkehren und von den reichhaltigen Früchten berichten.

 

Das Bild ist

   an einem Haus in der Auensteiner Straße        (R)

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 6

Der Steinbogen mit der Inschrift „W. Michelfelder 1897“ steht im Garten vor einem Haus

   in der Stettenfelser Straße in Wüstenhausen    (L)

 

 Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 9

 

Ein Handwerksmeister in Auenstein hat mit einem Bild an seinem Haus ein Meisterwerk vollbracht. Es zeigt seinen Beruf und befindet sich außen am Haus

 

in der Jahnstraße        (I)

 

 Die Auslosung

 

Am Freitag 5. Sept. 2025 fand die Auslosung der Gewinner und Gewinnerinnen unseres diesjährigen Ferienrätsels statt. Es gab 31 Einsendungen mit dem richtigen Lösungswort. Als Preise gab es insgesamt 10 Gutscheine im Wert von 50 EUR, 30 EUR, 20 EUR und 10 EUR zu gewinnen.

Die Aufgabe der Glücksfee übernahm dieses Mal Jule Brod von der Gemeinde Ilsfeld.

Die Gewinner*innen der ersten drei Preise sind:

1.    Preis - Heike Weber (Gutschein Gasthaus Krone über 50 €)

2.    Preis - Veronika Merkt (Gutschein der Oettinger Mühle über 30 €)

3.    Preis - Edwin Pohl (Gutschein der WG über 20 €)

 

Wir gehen davon aus, dass es auch dieses Jahr wieder interessante Fragen waren, die es zu beantworten galt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich am diesjährigen Ferienrätsel beteiligt haben und unseren herzlichen Glückwunsch den glücklichen Gewinnern und Gewinnerinne.

Die Vorstandschaft

 

 



Ausflug zur Stiftskirche nach Oberstenfeld

Ilsfelder Nachrichten Ausgabe Nr. 31 vom 31.07.2025

Unser Ausflug, zu dem alle Interessierten auch eingeladen waren, führte uns zu unserer Nachbargemeinde nach Oberstenfeld zur Besichtigung der Stiftskirche St. Johannes der Täufer. Vor der Kirche, die etwas abseits der Fußgängerzone liegt, begrüßte unsere Gruppe Rolf Lutz vom Historischen Verein Bottwartal e.V., um uns einen Einblick in die Geschichte des Stifts und der Stiftskirche zu geben.

Unsere Besuchergruppe vor der Stiftskirche

Die Gründung des Adeligen Stifts erfolgte um das Jahr 1016 als reines Damenstift. Der vermögende Adel hatte das Stift gegründet, um zum einen unverheiratete Töchter standesgemäß versorgt zu wissen und zum anderen, dass durch Gebete und Messen das ewige Heil der Stifter und ihrer Familien gesichert werde. Zu den Gründern gehörte Ulrich, er war Kanzler der Kaiser Heinrich II und Konrad II. Das Stift Oberstenfeld, das zum Bistum Speyer gehörte, war ein sehr wohlhabendes Stift, denn alle Frauen, die ins Stift eintraten, mussten entsprechende finanzielle Mittel oder Ländereien einbringen. Im Gegensatz zu den Nonnen mussten die Stiftsdamen auch nur zwei Gelübde ablegen, das der Keuschheit und des Gehorsams.

Nachdem Herzog Ulrich 1534, nach seiner Vertreibung das Land zurückeroberte, kam das Stift nicht umhin, im Jahr 1536 auch evangelisch zu werden. Der Herzog, der viele Klöster auflöste, wandelte das Stift in ein Fräuleinstift um und es blieb von einer Auflösung verschont.

In die Gründungszeit des Stifts geht auch der Bau der Kirche zurück. Die Baugeschichte der heutigen Kirche ist jedoch in ihren Anfängen nicht restlos geklärt. Auch erfolgte der Bau in mehreren Abschnitten. Um das Jahr 1200 entstand die Grundstruktur der heutigen Kirche, dabei wurde die bereits bestehende Säulenkrypta aus dem 11. Jahrhundert nicht abgerissen. Sehr interessant ist das Innere der romanischen Stiftskirche. Die dreischiffige Basilika weist ein aus mehreren Stufen erhöhtes Mittelschiff und zwei niedrigere Seitenschiffe auf. Im Chorraum befindet sich ein Flügelaltar aus dem Jahr 1512. Dieser wurde ursprünglich für die Kartause Güterstein bei Urach geschaffen, später dann im Jahr 1578 von Wolf von Weiler gekauft und der Stiftskirche gespendet. Der geöffnete Altar zeigt Szenen der Passionsgeschichte Christi.

Im Inneren der Stiftskirche

Neben den baulichen Ausführungen erfuhren wir an diesem Nachmittag auch vieles über das Leben im Stift, Regeln und Gebräuche, sowie den Äbtissinnen die das Stift leiteten.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Herrn Lutz für den interessanten und geschichtsträchtigen Vortrag an diesem Nachmittag.

Zum Ausklang ging’s anschließend in die Krone, um uns nach dieser reichhaltigen geistigen Kost auch körperlich zu stärken und auszutauschen.

Einen herzlichen Dank auch an Herrn Meyer für die gute Planung und Organisation des Ausflugs.

 

Manfred Braun


Verleihung des Förderpreises der Stiftung „Herbert Diener – Eugen Härle“

Ilsfelder Nachrichten Ausgabe Nr. 28 vom 10.07.2025

Der Musiksaal der Realschule Ilsfeld platzte aus allen Nähten, als am Freitagabend die Klasse 5a der Steinbeis-Realschule Ilsfeld ihr Projekt „Ortsnahe Versorgung – Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Ilsfeld und Ihre Vermarktung“ den interessierten Zuhörern präsentierte.

Im Musiksaal der Steinbeis-Realschule Ilsfeld

In seiner Begrüßungsansprache erläuterte H. Gremmelmaier, Schulleiter der Realschule, wie es dazu kam, das vom Ilsfelder Heimatverein vorgeschlagene Projekt aufzugreifen und umzusetzen. Bereits in den Vorjahren gab es immer wieder Themen die im Rahmen des Förderpreises durch die Realschule bearbeitet wurden. Die Vorsitzende des Heimatvereins, Katharina Seher, erläuterte die Hintergründe des Förderpreises und die hinter dem Förderpreis zugrundeliegende Idee der beiden Stifter Eugen Härle und Herbert Diener. Seitens der Lehrerschaft hatten sich die beiden Lehrkräfte Sonja Beckbissinger und Harald Michelbach bereits vor einem Jahr dazu bereit erklärt, mit den zukünftigen Schülern*innen der Klasse 5a sich dieser Herausforderung zu stellen.  

Zu Beginn der Präsentation erläuterten sie, wie sie das Thema mit den Schülern*innen besprochen, die Vorgehensweise und die einzelnen Arbeitsschritte definiert haben. Fragen, wie zum Beispiel „Was wird eigentlich in den landwirtschaftlichen Betrieben produziert“, „Welche Produktionszweige gibt es“ oder „Wie arbeitet ein landwirtschaftlicher Betrieb und was geschieht mit den Produkten“ wurden zusammengestellt.

Die beiden Lehrkräfte Sonja Beckbissinger und Harald Michelbach, die das Projekt begleitet haben

Ein Fragebogen wurde entworfen, den man mit Unterstützung von Herrn Frank, dem Vorsitzenden des Landwirtschaflichen Ortsvereins Ilsfeld / Schozach e.V. an die Landwirte verteilt hat. Sehr erfreulich war, dass sich die meisten der Landwirte die Mühe gemacht haben den Fragebogen auszufüllen, sodass die Schüler bei ihrer Auswertung auf eine gute Datenbasis zurückgreifen konnten.

Am Freitag hatten die Schüler nun die Möglichkeit ihre Ergebnisse vorzustellen. Die jeweiligen Arbeitsgruppen stellten mit großer Begeisterung, Freude und Engagement den Teil ihrer Projektarbeit, den sie bearbeitet haben, vor. Zudem gab es Berichte über die beiden Exkursionen zum Hof der Familie Conrad und zur Oettinger Mühle. Hier konnte die Klasse hautnah erfahren, wie es auf einem Bauernhof zu geht, beziehungsweise wie Korn verarbeitet wird.  Die Zuhörer erfuhren von Schülern wie sie im Unterricht Gemüsepflanzen gesät, aufgezogen und das Wachstum verfolgt haben. Nach der Präsentation gab es viel Beifall für diese tolle Arbeit, in die die Schüler und Schülerinnen und die beiden Lehrkräfte Sonja Beckbissinger und Harald Michelbach viel Herzblut gesteckt haben.

Dieser Einsatz sollte mit der Vergabe des Förderpreises belohnt werden. Falk Härle überreichte der Klasse einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 €, dieser Preis wurde vom Landwirtschaftlichen Ortsverein Ilsfeld/Schozach gestiftet, hierfür ein herzliches Dankeschön.

 

Falk Härle überreicht den Preis an die Schüler der Klasse 5a

Die Broschüre „Ortsnahe Versorgung, Landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Ilsfeld und ihre Vermarktung“ in der alle Berichte zusammengefasst sind kann ab sofort käuflich erworben werden bei:

Gemeinde Ilsfeld, Rathaus, Oettinger Mühle, Hofladen Obenland, Föll Biohof, Wüstenhausen oder per E-mail beim Heimatverein unter: [email protected].

Manfred Braun


Ferienrätsel 2025 für Jung und Alt – Alle Fragen auf einen BlickEinsendeschluss ist Mittwoch 03.09.2025

Für all diejenigen die sich noch an unserem Ferienrätsel beteiligen möchten, haben wir hier nochmals alle Fragen zusammengestellt die sich Astrid Schulz und Walter Conrad für unser diesjähriges Ferienrätsel ausgedacht haben.

Hier die Vorgehensweise: 

Am Ende finden Sie eine Tabelle mit 11 Kästchen, die mit den Nummern von  1-11 versehen sind. Bei jeder Frage ist vermerkt, an welcher Stelle der richtige Buchstabe einzutragen ist.

Hinter jeder Frage stehen 3 Lösungsvorschläge, einer davon ist richtig. Hinter dem Lösungsvorschlag finden Sie einen Buchstaben in Klammern. Tragen Sie den Buchstaben der richtigen Lösung in das Lösungsblatt am Ende ein.

Das Lösungswort senden Sie entweder per E-Mail unter Angabe ihrer Adresse an den Heimatverein ([email protected]) oder Sie drucken den Lösungsabschnitt mit Angabe ihrer Adresse am Ende aus und werfen es in den Briefkasten des Heimatvereins in Ilsfeld, Charlottenstr. 7 / Lothar Späth-Platz (neben der Polizei). 

Ganz wichtig, Einsendeschluss ist Mittwoch, der 03.09.2025

Als Preise verlosen wir auch dieses Jahr Gutscheine. Die Gewinner werden per Los ermittelt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Erfolg bei unserem diesjährigen Ferienrätsel.

Die Vorstandschaft

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 1

 

Auf dem Neuen Friedhof steht der als Mauerhäusle bezeichnete Unterstand. Auf

einer Informationstafel ist die Geschichte des Häusle's erläutert. Das Mauerhäusle hat Prof. Dr. Karl Vollmöller gespendet, der in Ilsfeld geboren ist.

 

Karl Vollmöller lebte als Professor in

 

o  Heidelberg        (M)

o  Dresden            (H)

o  Tübingen          (B)

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 4 

Die mit gotischen Ziffern geschriebene Jahreszahl 1585 befindet sich

 

o   an der Mauer beim Gebäude Mühlstrasse 1                                          (B)

o   über dem Eingang zum Kirchturm der Bartholomäuskirche                    (E)

o   am westlichen Eingang zum Alten Friedhof beim Johann-Geyling-Haus  (P)

 

  

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 7

 

Einige Straßen im neuen Auensteiner Baugebiet  „Hühnlesäcker“ wurden benannt nach

 

o  Dichtern                                               (K)

o  Bäumen                                               (Z)

o  Verdienstvollen Auensteiner Bürgern      (G)

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 10

Die gusseiserne Brunnensäule steht

 

o   in einem Garten in der Lindenstraße (Hauptstraße) in Wüstenhausen      (S)

o   vor dem Rathaus in Schozach                                                            (F)

o   in Ilsfeld „Im Winkele“                                                                           (C)                                                          

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 2

 

Die Abbildung zeigt ein Gleichnis, das Jesus erzählt hat. Der verlorene Sohn kehrt reumütig in das Haus seines Vaters zurück

Das Bild befindet sich am

 

o  neu renovierten Evang. Gemeindehaus, dem Johann-Geyling-Haus   (Ö)

o  Katholischen Gemeindezentrum St. Michael                                  (A)

o  Haus an der Ecke Große Hasengasse/Auensteiner Strasse                (Ü)

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 5

 

Das alte Schulhaus in Auenstein wurde abgerissen.

Was ist auf dem großen Platz inzwischen entstanden?

 

o  Ein Parkplatz                                                (E)

o  Ein Treffpunkt für Jung und Alt                       (V)

o  Wie geplant, ein liebenswerter, begrünter Platz  (R)

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 8

Am Haupteingang zum Friedhof ist die Grabplatte von Anna Dorothea Denzel und ihrer Mutter Anna Magdalena geb. Wieland eingemauert.

Anna Dorothea wird „M(agister) Joh. Christoph Denzels, Pfarrers allhier, ehlich gewesene herzliebe Hausfrau“ genannt.

Wie lange war Anna Dorothea mit Pfarrer Denzel verheiratet?

 

o  6 Jahre             (I)

o  42 Jahre           (R)

o  27 ½ Jahre        (E)

 

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 11

 

In Helfenberg ist eine historische Wirtschaft wieder an manchen Wochenenden geöffnet. Ist es

 

o  Das Rebstöckle          (H)

o  Die Traube                (T)

o  Die Alte Kelter           (W)

  

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 3

 

Die Aufnahme zeigt die Kundschafter, die nach der Erkundung des gelobten Landes mit einer riesigen Weintraube zum Volk Israel zurückkehren und von den reichhaltigen Früchten berichten. 

Das Bild ist

o   beim Eingang der Neuapostolischen Kirche in der Nelkenstraße             (D)

o   an der Außenwand der Vinothek der Felsengartenkellerei in der Daimlertraße            (U)

o   an einem Haus in der Auensteiner Straße                                              (R)

 

  

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 6

Der Steinbogen mit der Inschrift „W. Michelfelder 1897“ steht im Garten vor einem Haus

 

o   Ecke Beilsteiner Straße/Schulstraße in Auenstein       (X)

o   Ecke Schozacher Straße/Bauerstrasse in Ilsfeld          (N)

o   in der Stettenfelser Straße in Wüstenhausen              (L)

  

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 9

Ein Handwerksmeister in Auenstein hat mit einem Bild an seinem Haus ein Meisterwerk vollbracht. Es zeigt seinen Beruf und befindet sich außen am Haus 

 

o  in der Jahnstraße                 (I)

o  in der Beilsteiner Straße       (A)

o  in der Kirchgasse                (Z)

  

 

Lösungsabschnitt

 

 

 

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An den 

Heimatverein Ilsfeld

Charlottenstraße 7   / Lothar Späth-Platz

Ilsfeld

 

Lösung des Ferienrätsels für Jung und Alt – 2025

 

Absender Adresse:

 

 

Name:                                                       Vorname:

 

Ort:                                                         Straße:

 

Alter:                                                      Telefon:

 

Lösungsbuchstabe Nummer: 

 

    1         2          3           4          5          6          7          8         9        10       11             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ilsfelder Nachrichten Ausgaben Nr. 15 vom 10.04.2025

Der Osterbrunnen in Helfenberg

Zwei Wochen vor Ostern war es wieder soweit. Ein Team von 7 Frauen traf sich im Gemeindehaus in Helfenberg um den historischen Brunnen vor dem Gemeindehaus österlich zu schmücken. Seit 17 Jahren hat dies nun Tradition. Damals im Jahr 2009 hatte sich erstmals eine Gruppe von etwa 15 Personen zusammengefunden, die sich hauptsächlich aus Teilnehmerinnen der Gymnastikgruppe der Rheuma Liga zusammensetzte, so erzählen die Frauen.  Aber altersbedingt und durch Wegzüge hat sich das Team nun merklich reduziert. Nichtsdestotrotz hält man an der Tradition fest und hofft auf interessierten Nachwuchs.

Früher wurde die Aktion auf zwei Tage verteilt. Die Bindearbeiten wurden am Tag zuvor, abends nach dem Turnen gemacht, da wurde es schon mal spät, und am anderen Tag wurde der Brunnen dekoriert. Nun passiert dies alles an einem Nachmittag.

Beim Girlandenbinden, für den Osterbrunnen im Jahr 2018

Foto:  C. Köhnlein

Daher ist die Zeitschiene an diesem Freitagmittag knapp bemessen, denn das Binden der Girlanden als auch das Dekorieren des Brunnens sollte bis zum späten Nachmittag geschafft sein, denn am Abend muss die Halle wieder für den Sport zur Verfügung stehen. 

Alles was an Zweigen und Material benötigt wird, wird daher schon am Vortag gerichtet und stammt alles aus den Gärten der Beteiligten. Im Saal des Gemeindehauses werden an zwei Tischreihen die fünf unterschiedlich langen Girlanden gebunden. Buchs, Thujazweige, Tannenzweige, gelbblühende gewöhnliche Mahonie oder auch Stechpalme genannt, werden gekonnt zugeschnitten und zu kleinen „Büschelen“ gebunden, diese werden anschließend an einem Seil befestigt. Man bemerkt sofort, die Frauen sind ein eingespieltes Team, alles läuft Hand in Hand. 

Vorbereitung 2025 – Das Team ist sehr gut eingespielt

Sobald alle Girlanden fertig gebunden sind, geht es an den historischen Brunnen. Dieser befindet sich direkt neben dem Gemeindehaus und diente früher der Wasserversorgung des Ortes. Ein Blick in die Tiefe des Brunnens zeigt, dass dieser auch heute noch Wasser führt. 

An den Balken der Überdachung werden die Girlanden befestigt, dabei betrachtet das geschulte Auge von Frau Hirsch, dass die Bögen auch gleichmäßig verlaufen. Sobald rings um den Brunnen die Girlanden befestigt sind, werden die Ostereierketten darüber angebracht. 

Auch der Rand des Brunnens wird mit Girlanden und Ostereiern verziert. Alles muss so mit Draht befestigt werden, dass es auch stärkeren Windböen standhält.

2025 – gelungene Teamarbeit

Nach drei Stunden Arbeit ist das Kunstwerk fertig und für das Team, bestehend aus C. Geißinger, I. Hirsch, D. Hoßfeld, C. Köhnlein, E. Martini, H. Maurer und T. Hagmann,  bleibt noch Zeit für ein gemütliches Zusammensitzen bei einem Glas Sekt und Butterbrezeln.

Der Brunnen in Helfenberg bleibt noch bis ca. zwei Wochen nach Ostern geschmückt. Ein schöner Anblick, der das Dorf bereichert. Meine Empfehlung, unternehmen Sie einen Osterausflug und schauen Sie vorbei, ein Besuch zum Helfenberger Osterbrunnen lohnt sich. 

 

Der Osterbrunnen im Jahr 2025

M. Braun


Der Kirchenkonvent Quellen der Ortsgeschichte

Ilsfelder Nachrichten Ausgaben Nr. 4 - 10 vom 23.01. - 06.03.2025

 

 

 

 

Zahlreiche Bücher und Veröffentlichungen beschäftigen sich mit Themen der Geschichte. Die Reformation und der Bauernkrieg, das Königreich Württemberg, die Revolution 1848 und die Geschichte des Deutschen Reiches sind Themen vieler Publikationen. Die Autoren haben aus unterschiedlichen Quellen die Ereignisse zu einem bestimmten Thema zusammengetragen, ausgewertet und veröffentlicht.

 

 

 

Das Heimatbuch von Ilsfeld und die Veröffentlichung zur Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde sind Beispiele der Geschichtsschreibung auf örtlicher Ebene. Sie geben Einblick in die Geschichte des Ortes und schildern ausgewählte Entwicklungen sowie Begebenheiten.

 

 

 

Eine andere Quelle der Geschichte, mit dem Schwerpunkt der Alltagsgeschichte, sind die sich wiederholenden Aufzeichnungen zu verschiedenen Bereichen der Ortsgeschichte. Zu diesen gehören:

 

 

 

Steuerlisten

 

Zur Bestreitung der Ausgaben haben die Herrschenden von der Bevölkerung Steuern und Abgaben unterschiedlicher Art eingefordert. Als Beispiel kann das vor 500 Jahren, im Jahr 1525, für Ilsfeld angelegte Verzeichnis der Herdstätten als Grundlage einer Steuererhebung genannt werden. Es beinhaltet eine Auflistung der abgabepflichtigen Haushalte mit Feuerstellen, Herdstätten genannt.

 

 

 

Musterungslisten

 

In Musterungslisten wurden nach verschiedenen Gesichtspunkten die Männer erfasst, die man für wehrtauglich hielt. Für Ilsfeld sind aus der Zeit von 1523 bis 1668 zwölf Musterungslisten bekannt. Diese Listen, wie auch den Steuerlisten, enthalten die Namen vieler Ilsfelder und Schozacher Familien.

 

 

 

Haischbücher

 

Wie die Steuer- und Musterungslisten enthalten die Haischbücher zahlreiche Namen von Ilsfeldern. Die Haischbücher dienten als Hilfe bei der Erfassung der Abgaben für die Herrschaft. Aufgelistet sind die Schuldner, das Gut, für das die Abgaben zu leisten waren – z. B. Acker am Heerweg, Wengert im Altenberg – und die zu leistenden Abgaben.

 

  

 

Lagerbücher

 

Lagerbücher sind Besitzverzeichnisse über Güter und Gebäude. Sie enthalten auch die Rechte und Pflichten, die damit verbunden waren. Das Lagerbuch für Ilsfeld aus dem Jahr 1521 enthält eine Beschreibung der Kelter sowie die Bestimmungen für das Keltern.

 

 

 

Das Vorwort aus dem Jahrbuch 1521 wurde vom Notar des Vogts in Lauffen verfasst. Beisitzer waren der Bäcker Hans Koch und Hans Hylber aus Ilsfeld.

 

 

 

 

Aus dem Vorwort zum Lagerbuch 1521

 

 

 

Abbildung: Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 101/32 Band 3

 

 

 

 

Kirchenregister

 

Die Tauf-, Ehe- und Totenregister wurden in Württemberg 1558 eingeführt. Die Register haben die Pfarrer angelegt und kirchliche Handlungen an den Gemeindegliedern festgehalten. Die Anlage der Familienregister erfolgte im Jahr 1808. Sie enthalten auf Formblättern die wesentlichsten Daten des Hausvaters und der Hausmutter, deren Vater und Mutter sowie die Kinder. Die Aufzeichnungen in den Kirchenregistern ermöglichen familiengeschichtliche Forschungen. Ab dem Jahr 1876 führte man in Württemberg die Register auch bei den Kommunen.

 

  

Visitationsberichte

 

Bei der Visitation machten sich die Dekane ein persönliches Bild der Gemeinden in ihrem Bezirk und fertigten darüber Berichte an. Die Aufzeichnungen informieren nicht allein über die Pfarrer und das kirchliche Leben, sie enthalten auch Angaben über die Schule und Lehrer, den Schultheiß und das Leben im Dorf. Selbst die Namen der Hebammen sind genannt. An den Anfang haben die Dekane die Zahl der Menschen gestellt, die im Ort lebten. Sie gliederten nach Kindern unter 6 Jahren, Kindern im Schulalter, die zum Katechismusunterricht gingen und die über 14-jährigen, die zum Abendmahl gehen konnten. Auch die Zahlen der Witwen und Waisen sind genannt.

 

 

 

Kirchenkonvent

 

Im Kirchkonvent sind die Verhandlungen über Sicherheit, Ordnung und Armenfürsorge in Ilsfeld protokolliert. Der Kirchenkonvent war eine Einrichtung der geistlichen und weltlichen Obrigkeit. Die Protokolle sind vom Pfarrer, Schultheiß und dörflichen Ratsherren sowie dem Heiligenpfleger unterschrieben. Der Heiligenpfleger verwaltete das Vermögen der Kirche und der Schule, er vollzog auch die Beschlüsse des Kirchenkonvents zur Armenfürsorge.

 

  

Der Kirchenkonvent – Aufgaben und Beschlüsse

 

 

In Württemberg wurde der Kirchenkonvent durch einen Synodalbeschluss 1644 in den Gemeinden eingeführt, bereits zwei Jahre vorher war eine landesherrliche Verordnung ergangen.

  

 

Der Kirchenkonvent sollte zur Wiederherstellung von Kirchlichkeit, Sittlichkeit und Ordnung beitragen, er diente kirchlichen und weltlichen Zielen. Die Menschen sollten nach Gottes Willen leben und weltliche Gesetze erfüllen (Ehmer/Holtz: Seite 1). Besonders die Gräuel in den Jahren des 30-jährigen Krieges hatten zu einer Verrohung der Sitten geführt.

 

 

 

Etwa 250 Jahre, von 1644 bis 1891, bestand die Einrichtung des Kirchenkonvents.

 

Das Gremium, bestehend aus weltlicher und geistlicher Obrigkeit im Ort, sollte fleißig tagen und einmal monatlich zusammenkommen. In Ilsfeld trägt das erste Protokoll des Kirchenkonvents das Datum vom 27. März 1664, vermutlich die erste Zusammenkunft des Konvents, denn erst 1660 wurden die Konvente auf örtlicher Ebene eingerichtet. Über einen Zeitraum von knapp 230 Jahren sind dann die Beschlüsse des Kirchenkonvents protokolliert. Bei jährlich 10-12 Zusammenkünften des Konvents liegen etwa 2.500 Protokolle vor.

 

 

 

Die Protokolle, verfasst von den Pfarrern, haben meist einen Umfang von mehreren eng beschriebenen Seiten. Am 11. Juli 1679 umfasst das Protokoll nur zwei Punkte; denn ohne Entschuldigung waren der Schultheiß wegen Pferdekaufs und Rausches, der Anwalt, sein Stellvertreter, wegen Behandlung eines Bullen nicht anwesend.

 

Am 12. März 1810 beschränkt sich das Protokoll auf einen Satz: „Heute ist Kirchenkonvent gehalten worden und ist nichts vorgekommen, das zu verhandeln gewesen wäre.“

 

  

Den Zielen und der Bedeutung des Konvents mit wenigen Veröffentlichungen gerecht zu werden, ist nicht möglich. Während man sich durch Fürsorge um die Armen kümmerte, standen einige Bereiche des Lebens der Leute im Dorf unter der Kontrolle der weltlichen und geistlichen Obrigkeit, um das soziale Zusammenleben zu gewährleisten. Es bedurfte aber auch Menschen, die bereit waren, die Vergehen der Obrigkeit zu melden, man nannte sie „Rüger“.

 

 

 

Unser Anliegen ist es, an eine Einrichtung zu erinnern, deren Beschlüsse für Ilsfeld und seine Menschen nahezu lückenlos überliefert sind. Einige dieser Entscheidungen stellen wir vor, sie dürfen aber nicht als repräsentativ für die Aufgaben des Konvents in einer Zeitspanne von etwa 230 Jahren angesehen werden.

 

 

 

Bei der Auswertung der Protokolle zum Konvent in Württemberg findet man in verschiedenen Veröffentlichungen eine eher anekdotische Verwendung der alten Berichte, die mehr vergnüglich und amüsant zu lesen sind, dabei werden die Zusammenhänge des damaligen sozialen Verhaltens ausgeblendet. Die Kirchenkonventsprotokolle können aber in ihrer Bedeutung nur auf dem Hintergrund des damaligen Lebens eines Dorfes, in dem sie entstanden sind, historisch angemessen eingeschätzt werden (Ehmer/Holtz: Seite 23 ff.).

 

 

 

Die ältesten Protokolle des Ilsfelder Kirchenkonvents hat Dr. Otfried Kies () transkribiert. Er hat in aufwändiger Arbeit für die Evangelische Kirchengemeinde Abschriften der Protokolle in heutiger Schrift erstellt, lateinische Ausdrücke erklärt und nicht mehr gebräuchliche Begriffe erläutert. Die hier vorliegenden Ausführungen zum Kirchenkonvent beruhen auf der Transkription von Dr. Otfried Kies. Wir haben die Texte in heutiger Rechtschreibung verfasst und – sofern es zum Verständnis erforderlich ist – die Formulierungen dem allgemein verständlichen Sprachgebrauch angepasst.

 

 

 

Abbildung Auszug aus dem Protokoll des Kirchenkonvents vom 19. Juli 1665

 

(Foto entnommen aus dem Buch „Die Evangelische Kirche Ilsfeld“)

 

 

 

 

 

Ohne langst am Sonntag Dominica Secunda haben, volgende Persohnen ohnerlaubt Herrn Pfarrers und Hrn Schulheißen, in Jacob Loschen Gaßenwürths hauß getanzet, allß

Hannß Philipps Röhrachs Knecht, Hannß Geörg Fischers Knecht, Jacob Burges tochter, Michael Gruenen beede Tochter, Michael Müllers Tochter ...

 

Informationen zur Geschichte des Kirchenkonvents in Württemberg sind folgender Veröffentlichung von Hermann Ehmer und Sabine Holtz (Hrsg.) entnommen: Der Kirchenkonvent in Württemberg: Quellen und Forschungen zur Württembergischen Kirchengeschichte, Band 21, Epfendorf/Neckar 2009.

 

 

 

Folgende Aufstellung enthält Bereiche des kirchlichen und sozialen Lebens, mit denen der Konvent in den zweieinhalb Jahrhunderten seiner Geschichte sich

 

beschäftigte, wobei in dem langen Zeitraum eine Verschiebung der Schwerpunkte eintrat.

 

 

 

Sozialfürsorge

 

         Arme, Kranke, Alte, Bedürftige

 

Angelegenheiten der Lehrer und Schule

 

         Schulgeld, Bau und Erhalt der Schule

 

         Ahndung von Schulversäumnissen

 

Ehestreit

 

         Häuslicher Friede, Verhalten gegen Kinder

 

 

 

Sonntagsheiligung und Gottesdienst

 

         Überwachung der Bestimmungen, Gottesdienstbesuch, Verhalten im Gottesdienst

 

Vergabe der Kirchenstühle

 

         Kirchstühle sind links und rechts mit Türchen abgeschlossene kurze Bänke, für     die Vergabe wurde ein Beitrag erhoben. Die gute Platzierung des namentlich     zugeteilten Kirchenstuhls in der Kirche war von hohem sozialem Wert.

 

 

 

 

 

 

 

Uneheliche Schwangerschaften

 

         Schwangerschaften vor der Ehe wurden meist als Routineangelegenheit      behandelt, wenn das Paar sich die Ehe versprochen hatte und auf keine     Unterstützung angewiesen war.

 

Unterhalt der Kirche

 

Wahl der Hebammen durch Frauen des Ortes, Besoldung der Hebammen

 

Verhalten in der Öffentlichkeit

 

         Verbot von Fluchen, Schwören, Trinken, Kartenspiel, Würfeln, Lärmen,

 

         unerlaubtes Tanzen.

 

 

Der Kirchenkonvent: Armenfürsorge

 

 

 

Eine Aufgabe des Kirchkonvents bestand in der Fürsorge für die Armen, die Witwen und Waisen, Kranken und Alten.

 

 

 

Armenfürsorge

 

Am 22. November 1666 tagte in Ilsfeld der Kirchenkonvent. Pfarrer Johann Schmid, der Schultheiß und die Ratsherren Michael Hunnenmörder, Michael Widmann, Hans Conrad Kochbeck, Georg Burckhardt und Sigmund Cuntz kamen im Pfarrhaus, vielleicht auch im Rathaus, zusammen.

 

 

 

Zuerst erörterten die Männer das Anliegen von Conrad Heinrich und seinem Weib. Diese war so baufällig, dass sie nicht mehr in die Stuben gehen konnte. Der Bittsteller selbst hatte einen Unfall erlitten und konnte nichts mehr zuverdienen. Er bat die Männer um Unterstützung in Form von etwas Frucht, Naturalien also, oder Geld.

 

Nach weiser Beratschlagung ist die Resolution dahin ausgefallen, dass Heinrich eine genau beschriebene Menge Naturalien erhält. Er soll diese aber 1667 auf Martini (11. November) mit Geld bezahlen oder als Naturalien wieder liefern.

 

 

 

In der Zusammenkunft des Kirchenkonvents am 20. Januar 1667 wurde das Anliegen der Witwe Margaretha Ort behandelt, das sie beim Pfarrer und Heiligenpfleger, der die Armenfürsorge verwaltete, eingebracht hatte. Als alte, arme Frau bat sie, dass ihr etwas Almosen bewilligt werden. Die Männer sprachen sich dafür aus, der Heiligenpfleger konnte ihr jede Woche 6 Kreuzer zureichen.

 

 

 

Zehn Beschlüsse fasste der Kirchenkonvent am 26. Februar 1695. Nur wenige Zeilen umfasst der fünfte Beratungspunkt: Heinrich Burgers Witwe sucht an, ob man für ihre Kinder das Schulgeld aus dem Heiligen (Kirchenvermögen) entrichten wolle, weil sie so gar bloß sei. Beschluss: Für ein Mägdelein sollen 15 Kreuzer vom Heiligen entrichtet werden.

 

 

 

 

 

Am 5. Januar 1714 hatte sich der Kirchenkonvent mit der Armenfürsorge zu beschäftigen, weil nach einem hochfürstlichen Befehl das Gassenbetteln abgetan und an jedem Ort die Armen verpflegt werden sollten. Beschlossen wurde, dass gesunde und starke Leute und erwachsene Kinder so gut wie möglich sich selbst mit Arbeit ernähren sollen. Falls dennoch Fürsorge nötig ist, soll dafür Dienstag und Samstag am Vormittag in den Häusern Brot gesammelt werden. Wer weiter bedürftig ist, soll sich beim Pfarrer für einen Beitrag aus dem Heiligen anmelden. Als Bedürftige werden 23 Kinder und Jörg Heidingers Kinder, Catharina Weher sowie Matthias Bader und sein Weib genannt.

 

 

 

Die Fürsorge sollte nur an Arme, Alte, Waisen und Witwen gewährt werden, wenn die Betroffenen nicht in der Lage waren für sich selbst zu sorgen oder die Familie nicht aufkommen konnte.

 

 

 

Zu diesen gehörte Maria Margaretha Losch, die um ein wöchentliches Almosen aus dem Heiligen bat, weil sie alt und baufällig sei. Der Konvent genehmigte am 18. Juli 1750 wöchentlich 6 Kreuzer. Maria Margaretha, die Witwe des Bürgers und Schneiders Christoph Losch, ist am 10. September 1751 im Alter von 75 Jahren morgens zwischen 5-6 Uhr an Schwindsucht gestorben.

 

 

 

Am 27. September 1759 wurde Bernhard Scholl, einem armen Mann, wegen seines Alters und Bedürftigkeit wöchentlich 4 Kreuzer aus dem Heiligen zugesprochen.

 

Der Bürger und Schuhmacher ist am 11. Juli 1760 im Alter von 85 Jahren, 3 Monaten und 6 Tagen gestorben.

 

 

 

 

 

Der Kirchenkonvent: Lehrer und Schule

 

 

 

Der Kirchenkonvent hatte sich auch um die Schule und die Lehrer, Schulmeister genannt, zu kümmern.

 

 

 

Im Jahr 1695 litt der Schulmeister an einer langwierigen Krankheit, die Schule ist fast in Abgang gekommen. Seine Frau, die Schulmeisterin, wurde angewiesen, fleißig mit der Schuljugend zu sein, bis ihr Mann wieder etwas zu Kräften komme. Falls aber der Schulmeister noch länger nach Gottes Willen liegen bleiben sollte, müsste der Dienst durch einen Provisoren versehen werden.

 

 

 

Bei der Zusammenkunft des Kirchkonvents am 22. April 1699 wurde beschlossen den Schulmeister zu ermahnen, er solle künftig sich der privaten Rachgier gegen Kinder, wie auch der Übermaß im Schlagen derselben und furiosem Tuns enthalten, er solle der Schulordnung gemäß die Rute gebrauchen und in den nötigsten Punkten die Schulordnung abschreiben und in der Schul' aufhängen.

 

 

 

  

 

Am 12. Januar 1707 steht im Protokoll: (Um) bessere Disziplin unter der Schuljugend zu halten, hat man für ratsam erachtet, dass der Schulmeister (mit) den aus der Schul' gehenden Schülern bis auf den Plan – alter Observanz nach – gehen soll.

 

Der Schulmeister sollte, wie es früher üblich war, die Schüler von der Schule, die auf der Friedhofsmauer stand, bis zur Planmauer begleiten, damit diese sich ordentlich verhalten.

 

 

 

Der Schulmeister wurde am 13. Juli 1708 vor den Konvent geladen, weil Georg Bader sich über ihn beschwerte. Bader behauptet, dass der Schulmeister seinen Sohn Andreas in der Kirch ohn Ursach geschlagen habe. Der Schulmeister sagt, dass Andreas Bader uff der Orgel ein Bänklein zerbrochen, da er mit anderen Buben Büberei getrieben. Andreas Bader leugnet, dass er das Bänklein zerbrochen. Weil nicht erweislich, dass das Bänklein zerbrochen, lässt man (die Angelegenheit) bis auf ferneren Erweis auf sich beruhen.

 

 

 

Auch die verwitwete A. Maria Schäfer klagt, dass der Schulmeister ihren Buben mit dem Backel (Rohrstock) blutig geschlagen, wie dann viel Tröpflein Bluts an seinem Rock zu sehen waren. Der Schulmeister verantwortet sich, er habe den Backel bloß auf seinen Kopf hin fallen lassen, es müsse eine andere Ursach gewesen sein, dass es Blut gegeben. Die Schäferin weist auf des Buben Kopf, dass er sauber und daher des Schulmeisters Vorgaben nicht (richtig) seien. Sie will, dass die Sache bei der nächsten Kirchenvisitation dem Dekan vorgebracht wird.

 

 

 

Mit einer Beschwerde des Schulmeisters hatte sich der Konvent am 29. Januar 1710 zu beschäftigen. Georg Sailer schickte sein Söhnlein im Filial Schozach zur Schule, weil er ihn schon zwei Winter hier in die Schul geschickt, hab aber nichts gelernt, sei immer ein Narr geblieben, in drei Wochen in Schozach habe er jetzt mehr gelernt, als die vorige Zeit. Der Konvent ermahnt Georg Sailer, der Ordnung gemäß seinen Buben in Ilsfeld in die Schule zu schicken. Der Schulmeister soll darüber aber auch zur Verantwortung gezogen werden.

 

 

 

Der Schulmeister, mit dem sich der Kirchenkonvent mehrmals beschäftigen musste, war Johann Jacob Schock. Nach Otto Conrad (Die Geschichte der Schule in Ilsfeld, 1932) wird er böswillig und hitzig beschrieben, wenn er zu viel Wein trinkt. Seine Frau hat die Mägdeleinschule wohl versehen.

 

 

 

Im Protokoll vom 19. November 1716 ist festgehalten, dass das Schulhaus für so viele Kinder zu eng und zu finster sei, daher soll auf Verbesserung dergleichen Übelstände geachtet werden.

 

 

 

Am 15. September 1729 beschwerte sich Schulmeister Christoph Friedrich Firderer, der aus Kaltenwesten (Neckarwestheim) nach Ilsfeld gekommen war, über Hans Heinrich Schäfer, Metzger genannt. Dieser habe ihn bei der Kirch, in Gegenwart vieler ehrlicher Leute, mit allerhand Schimpfworten ohne gegebene Ursach angetastet

 

und unter anderem einen Scherenschleifer geheißen.

 

In der gleichen Sitzung war das Schulhaus wieder ein Thema. Die bisherigen Schulstuben sind für eine so große Jugend, vor allem in der winterlichen Zeit, zu eng, auch zu finster, mithin weil sie auf der Friedhofsmauer erbaut, gar ungesund. Ohne weitere Verzögerung soll eine tüchtigere erbaut werden. Die Sache soll vor den gesamten Magistrat gebracht werden, wie mit diesem längst bekannten Übelstand bei hiesigem Schulwesen Abhilfe gegeben und die Verbesserung desselben möglichst beschleunigt werden möchte.

 

 

 

 

 

Der Kirchenkonvent: Ehestreit

 

 

 

Mit Streitigkeiten zwischen den Ehepartnern hatte sich der Konvent regelmäßig zu beschäftigen, dabei fällt auf, dass sich vor allem Frauen an den Konvent wandten.

 

 

 

Am 19. September 1701 wurde über den Zwist zwischen Hans Martin Schäfer und seiner Frau gesprochen, weil sie unchristlich miteinander leben und er sein Weib übel geschlagen. Er entschuldigt sich dafür, dass er nicht christlich lebe, sondern gewisser Ursach halber seinem Weib ein paar Streiche gegeben. Sie hätten sich aber wieder miteinander versöhnt.

 

 

 

In der gleichen Zusammenkunft des Konvents muss der Schneider Andreas Lesle sich rechtfertigen, dass er neuerlicher Zeit sein Weib blau geschlagen, mit einem Rausch zur Beicht gekommen und sein Weib wieder geschlagen. Er sagt, dass er nüchtern zur Beicht am Freitag gekommen. Samstags habe er ein Abendschöpplein Wein zu Schozach getrunken und sei darauf in die Bußpredigt gegangen. Nochmals habe ihn sein Weib beschuldigt, dass er einen Rausch getrunken, worauf er im Zorn nach ihr geschlagen, aber sie nicht getroffen. Im Übrigen gibt er alle Schuld dem Weib mit ihrem bösen Maul. Sie aber beklagt sich, er vertue ihr und ihren Kindern alles, gehe gar zu oft in die Wirtschaft.

 

Die Beiden werden ermahnt, diese böse Ehe gut zu machen.

 

Andreas Lesle und sein Weib hatten noch öfter handfeste Auseinandersetzungen, der Konvent musste sich mehrmals mit den Eheleuten beschäftigen.

 

 

 

Michael Michelfelder klagte am 14. Januar 1705 abermals, dass sein Eheweib ihn mit dem Messer überlaufen, bei dem Aug verletzt und mit einem Leuchter an der Hand beschädigt habe. Sie entschuldigt sich, dass ihr Mann sich sehr ungebührlich verhalten, immer rauschig sei. Sie habe ihn nicht mit dem Messer, sondern allein mit dem Besen ins Gesicht geschlagen. Die Eheleute wollen sich künftig bessern, müssen aber als Strafe 15 Kreuzer bezahlen. Sollten sie sich wieder vor dem Konvent verantworten müssen, wird ihnen der Turm (Ortsarrest) angedroht.

 

 

 

Am 12. März 1722 muss der Schlosser Tobias Stumpff dem Konvent Rede und Antwort stehen. Seine Schwiegermutter, Sophie Kreh, beklagt ihn, dass er mit ihrer Tochter, seinem Eheweib, gegen alle frühere Versprechen, abermals so übel lebe und hause, dass viel bedauerliches Unheil eintreten werde.

 

Auch die Nachbarn müssten des Schlossers wütiges Brutalisieren hören. Die Frau von Stumpff klagt, dass sie bei ihrem Mann Leibs und Leben nicht sicher sei. Er schlage sie des nachts, nachdem er die Stubentür zugeschlossen, mit einer Büchse die halbe Nacht hindurch. Sie könne nicht mehr mit ihm hausen, sei auch schon etliche Tage nicht mehr bei ihm im Haus.

 

Weil der Beklagte alles ableugnet und sich auf Zeugen beruft, werden sechs Zeugen verhört.

 

Hans Michel Müller: Der Schlosser habe das letzte Mal zwei Nächte nacheinander bis Mitternacht tumultiert. Die Mutter habe ihrem Buben befohlen, durchs Fenster hinaus den Leuten um Hilfe zu schreien, der Vater habe es verwehrt.

 

Heinrich Enzel: Er habe zwei oder drei Nächte nichts gehört, wohl aber, dass er sonst, wann er berauscht gewesen, brutalisiert habe.

 

Balthas Frech: Sooft er einen Rausch habe, zanke er mit seinem Weib bis gegen Mitternacht.

 

Thomas Müller: Der Schlosser tumultiere des nachts, wenn er im Rausch heimkomme, er habe das Weib und ihren Buben um Hilfe schreien hören.

 

Auch Christoph Burger und Adam Tritzel bestätigen diese Aussagen.

 

 

 

Weil das Verhalten des Schlossers sich ziemlich gefährlich zeigt, beschließt der Konvent, ihn im Arrest im Rathaus zu verwahren, bis die Sache an das Oberamt berichtet und von dort beschieden wird.

 

 

 

Am 8. November 1734 konnte der Kirchkonvent Martin Schäfers Weib helfen. Sie hatte sich beklagt, dass ihr Mann sie nicht in das Bett habe liegen lassen, sie müsse über Nacht auf dem Boden liegen. Der Mann will nicht geständig sein, dass er sein Weib aus dem Bett vertrieben und will sie in demselben gern leiden. Sie soll nur ihren  Teil Bett auch herzubringen, wozu sie sich bequemet. Worauf sie miteinander heimgegangen.

 

 

 

Das Protokoll vom 8. November 1734 ist unterschrieben von Pfarrer Georg Christoph Rentz, Amtsverweser Johannes Kalb, Johann Wolfgang Engel, Hans Jacob Obenland und Johannes Brentzinger.

 

 

 

 

 

Der Kirchenkonvent:  Als Christina ins Badische floh

 

 

 

Wir beenden die Serie zum Kirchkonvent mit der Odyssee von Christina und Johann Adam, die wir weitgehend frei nacherzählen.

 

 

 

Vor 250 Jahren, am 16. August 1774, fand eine lange Anhörung vor dem Kirchenkonvent statt. Neun Seiten umfasst das Protokoll von Pfarrer Friedrich Christoph Winter. Schultheiß Johann Adam Burger sowie die Ratsherren Heinrich Conz, Johann Jakob Deegen und Caspar Elsässer unterzeichneten, was der Pfarrer festgehalten hatte.

 

 

 

Das Ereignis, über das im Konvent beraten wurde, hatte drei Jahre zuvor begonnen. Anno 1771 hatte Christina ihren Ehemann Johann Adam „in bösartiger Weise verlassen und da und dorten herumvagabundiert, bis sie, schwanger geworden im Baden Badischen, zurückkehrte nach Heilbronn zu ihrer Schwester mit einem dicken Leib, welchen dieselbe für eine Wassersucht gehalten hat, mit einem Kind niedergekommen ist“.

 

So ließt man im Vorspann zum Verhör, bei dem zunächst Christina Auskunft zu geben und ihre Geschichte zu erzählen hatte.

 

 

Der Anfang des Protokolls vom 16. August 1774

 

 

Am 30. Oktober 1770 sind Christina und Johann Adam in den Ehestand getreten. Doch die beiden haben nie zusammengefunden, sie verbrachten trübselige Tage und Wochen. Schließlich wurde das Brot knapp und die Schulden häuften sich täglich. Da wurde es Christina zu viel. Im Januar 1771, als in Heilbronn Viehmarkt war, packte sie ihr Bettzeug ein und ließ ihren Johann Adam allein. In Heilbronn vertraute sie sich ihrer Schwester an. Sie wolle auswärts eine Stelle antreten und nach einem Jahr in der Hoffnung zurückkommen, dass ihr Johann Adam sich derweilen die Hörner abstoßen werde.

 

 

 

Dann zog sie weiter ins Badische, wo eine Odyssee begann. Christina hielt sich in Schiltach und Kehl auf, lag in Straßburg mit hitzigem Magenfieber darnieder. Redlich bemühte sie sich, ihr täglich' Brot zu verdienen, scheiterte aber an falschen Versprechen und der eigenen Gutgläubigkeit.

 

 

 

An einigen Orten zwischen Straßburg und Lahr hat die Ilsfelderin vergebens ihr Glück versucht. Als Christina, zermürbt von der Suche nach einer Anstellung und enttäuscht von den Menschen, ins Württembergische heimkehren wollte, traf sie unterwegs den Schultheiß von Söllingen, der ihr eine Anstellung als Magd vermittelte. Nun diente sie ein ganzes und ein halbes Jahr, bis sie schwanger wurde. Das habe sie aber erst später gemerkt, so berichtete Christina, nachdem sie ihre Dienstherrin wegen anhaltender Krankheit in die Heimat geschickt habe und allerlei Arznei keine Besserung gebracht hatte.

 

 

 

Noch weitere Fragen über ihre Odyssee ins Badische hatte die reumütig zurückgekehrte den Männern in Ilsfeld zu beantworten, bevor diese zur 25. und letzten Frage kamen. Ob sie sich denn, wollten die Männer wissen, mit ihrem Johann Adam wieder aussöhnen könne: „Ja, wenn er sie annehme, alle Tag“, antwortete Christina. Dann unterschrieb sie mit kritzeliger Schrift das Protokoll.

 

 

 

Nun war Christina entlassen. Zunächst hatte ihr Bruder Michael einige Fragen zu beantworten, bevor Johann Adam, der 33-jährige Ehemann, vor den Männern des Kirchenkonvents Platz nahm.

 

 

 

Johann Adam hatte nämlich, drei Wochen nachdem Christina getürmt war, ebenfalls Ilsfeld den Rücken gekehrt, obwohl der Schultheiß ihn aufgefordert hatte, seine Christina im Land zur Suche ausschreiben zu lassen, damit sie wieder beigebracht werde. Aber er zog es vor, sein Auskommen an anderen Orten zu suchen. Da verschlug es ihn ebenfalls ins Badische.

 

Ob es wahr sei, dass er dort Christina getroffen habe, wollten die Männer wissen. „Ja, das wäre also“, bekannte Johann Adam. Er bat dann seine junge Frau, 14 Tage später an den Ort zu kommen, wo er Arbeit hatte. Christina ist treulich dorthin gegangen, hat aber ihren Ehemann nicht mehr angetroffen, weil dieser weiter „gegen den Rhein zu“ gezogen war.

 

Danach hörten die beiden nichts mehr voneinander.

 

 

 

Noch einige Fragen hatte Johann Adam zu beantworten, bevor die Männer im Konvent fragten, ob er denn Christina wieder annehme, wenn sie verspreche mit ihm ehrlich und ehelich zu leben.

 

„Da sage ich nein“, lautete seine letzte Antwort.

 

 

 

Von Christina erfahren wir nichts mehr. Johann Adam ist wieder in die Fremde gezogen. In Kronstadt, in Siebenbürgen, ist er am 26. August 1814 gestorben.

 

 

 

Literatur: Christian Keitel, Regina Keyler: Serielle Quellen in südwestdeutschen Archiven, Stuttgart 2005.

 

 

 

Walter Conrad, M. Braun

 

 



Rückblick - Ausflug zum Keltenmuseum nach Hochdorf

Ilsfelder Nachrichten Ausgabe Nr. 43 vom 24.10.2024

 

 

 

Mitglieder und Museumsinteressierte machten sich am Samstagmorgen auf, um nach Hochdorf zu fahren.  Pünktlich um 10:00 Uhr begann unsere Führung durch das Museum. Zuerst erhielten wir viele interessante Informationen über die Kelten und die Gebiete, in denen sie sich angesiedelt hatten, aber auch über ihre Lebensformen, die Handwerkskunst und den Handel den diese betrieben haben. Das Schmiedehandwerk zeichnete sie ganz besonders aus. Neben vielen gebräuchlichen Gegenständen wie Hämmer und Zangen waren die Kelten auch für die Herstellung von Kriegsgeräten sehr bekannt, mit denen ein reger Handel betrieben wurde. Später wurde dieser Umstand für sie zum Verhängnis, da sie mit ihren eigenen Waffen bekämpf wurden. 

 

Unsere Führung durch das Museum - vieles gab es zu den Werkzeugen zu erklären

 

 

Ein weiteres Gebiet auf dem die Kelten besondere Fähigkeiten hatten, war die Kunst des Webens. Gewebefunde, Textilien die man in den Grabkammern vorfand, deuten darauf hin, dass sich unter ihnen ein Berufszweig auf die Herstellung von Tüchern spezialisiert hatte.

 

Der Höhepunkt der Führung war natürlich die nachgebildete Grabkammer des Keltenfürsten. Ende der 1970er Jahre wurde diese noch vollständig erhaltene und noch nicht ausgeraubte Grabkammer in Hochdorf entdeckt.

 

 

Die Grabkammer in der der Keltenfürst um etwa 550 vor Christus begraben wurde,  hatte die Größe von 4,7 auf 4,7 Meter und war durch eine Konstruktion von Balken und Steinen gesichert. Neben dem Skelett fand man im Grab einen vierrädrigen Wagen, Festgeschirr und viele Gegenstände, die im täglichen Leben benutzt wurden. Zudem hatte man ihn mit reichem Goldschmuck versehen.

 

 

Im Freilichtbereich des Museums

 

 

Beim Bau des Museums wurde auch ein frühkeltisches Dorf entdeckt und ausgegraben. Einige Nachbauten können im Freilichtbereich des  Museum besichtigt werden, zu dem auch ein Keltengarten gehört.

 

 

Nachdem wir an diesem Vormittag viel Interessantes erfahren und gesehen hatten, ging es zum Abschluss noch zu einem gemeinsamen Mittagessen nach Möglingen um sich zu stärken und auszutauschen.

 

 

Ein herzliches Dankeschön an Horst Meyer der sowohl den Vorschlag als und auch die Organisation für den Ausflug übernommen hatte.

 

 

Manfred Braun

 

 

 


Ausflug zum Keltenmuseum nach Hochdorf am 12. Oktober 24


Rückblick - Rundgang entlang der früheren Dorfmauer

Ilsfelder Nachrichten Ausgaben Nr. 41  vom 10.10.2024

 

 

 

 

Zahlreiche Besucher haben sich am Sonntag, 29. September, im „Im Winkele“ getroffen, um an dem Rundgang entlang der früheren Dorfmauer teilzunehmen. Walter Conrad, hatte viel über die Geschichte der Dorfmauer recherchiert. An einzelnen Stationen, an denen noch Reste der Dorfmauer zu sehen sind, berichtete er in spannenden und kurzweiligen Vorträgen über die Geschichte, die Menschen und Ereignisse rund um die Mauer.

 

Walter Conrad beginnt den Rundgang und seine Erläuterungen

 

„Im Winkele“

 

Die Erinnerungen an die frühere Dorfmauer sind weitgehend verloren gegangen, obwohl die Dorfmauer neben der Kirche das wichtigste Bauwerk in Ilsfeld war.

 

Fertiggestellt wurde die Mauer im 15. Jahrhundert. Ilsfeld war damals offenbar kein armes Dorf, denn eine Reihe von Maßnahmen wurden in dieser Zeit realisiert. Dazu gehörte 1451 der Umbau der Kirche vom romanischen in den gotischen Stil und der Anbau des Chors sowie 1487 der Bau einer Ziegelei. Im Jahr 1498 konnte die Gemeinde 100 Morgen Äcker vom Ritter Hans Nothaft kaufen.

 

 

 

Walter Conrad berichtete auch über die Gründe, die zum Bau der Mauer führten. Ein wichtiger Anlass war, dass Ilsfeld im Schnittpunkt der wichtigen Verkehrswege von Esslingen nach Heilbronn und von Lauffen – mit Neckarübergang – nach Schwäbisch Hall lag. Handelswege wurden in Kriegszeiten zu Heerwegen, der Name „Heerweg“ in Schozach erinnert daran.

 

 

 

Die Mauer hatte ein Höhe von etwa 4 Metern, eine Stärke von 80 bis 90 Zentimetern und ein Länge von etwa einem Kilometer. 10 Türme, Bollwerke genannt, sorgten für zusätzlichen Schutz. Die Karte aus dem Jahr 1832 zeigt das von der Mauer mit den Türmen umgebene Dorf. Entlang der Charlottenstraße ist die Dorfmauer gut erhalten, weil sie als Südmauer des Alten Friedhofs dient.

 

Ilsfeld und die Dorfmauer 1832

 

Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung

 

Außerhalb der Mauer sorgten ein Graben und eine Hecke, Hag genannt, für einen zusätzlichen Schutz, daran erinnert der Name der Haagstraße. Auf der südlichen Seite übernahm der Mühlkanal diese Aufgabe. Alfred Müller zeigte den Teilnehmern die Mauer beim Mühlkanal, zu deren Erhalt er selbst beigetragen hat.

 

 

 

Die Dorfmauer konnte aber in Kriegszeiten bei Angriffen durch Heere keinen ausreichenden Schutz bieten. Während also die militärische Bedeutung nicht überschätzt werden darf, hielt die Mauer versprengte Söldnerhaufen und umherziehende kriegerische Horden davon ab, im Dorf für Schrecken zu sorgen.

 

Auch Bettler und Wegelagerer wurden von der Mauer und den geschlossenen Toren abgehalten, die Menschen im Ort zu behelligen.

 

 

 

Der Obere Bollwerksturm erhielt 1919 sein heutiges Aussehen durch den Aufbau in Form eines kleines Häuschens. Der Untere Bollwerkturm diente einst als Ortsarrest. Alfred Blind erinnerte sich daran, wer dort in der Nachkriegszeit biwakierte.

 

 

 

 

 

Am Unteren Bollwerkturm endete der Rundgang. Familie Blind hatte den Turm geöffnet, die Teilnehmer konnten sich einen Eindruck vom ehemaligen Dorfarrest verschaffen. Markus Blind erzählte interessante Details zum Turm, Familie Blind sorgte für Erfrischungen, für die die Teilnehmer nach dem zweistündigen Rundgang dankbar waren.

 

Ein herzliches Dankeschön an Walter Conrad für die umfangreichen und interessanten Informationen zur Ilsfelder Geschichte an diesem Nachmittag.

 

 

 

Manfred Braun / Walter Conrad

 


Rundgang entlag der früheren Dorfmauer am 29. Sept. 2024


Ferienrätsel für Jung und Alt 2024 – Die Auflösung

Ilsfelder Nachrichten Nr. 37 vom 12.09.2024

 

Auch dieses Jahr fand unserer Ferienrätsel wieder großes Interesse. Insgesamt erhielten wir 30 Einsendungen, auf denen alle das richtige Lösungswort vermerkt war.

 

Das Lösungswort lautete: BOTTWARTALBAHN

 

Wir hoffen, dass Sie Freude und Spaß daran hatten sich an unserem Rätselquiz zu beteiligen.

 

 

 

Die Auslosung fand am 09.09.2014 im Museum im Alten Lehrerwohnhaus statt.

 

Die Ziehung der Gewinner/Innen übernahm Frau Bartenbach von der Gemeinde Ilsfeld, die sich kurzfristig dazu bereiterklärt hatte.

 

Als Preise gab es insgesamt 10 Gutscheine im Wert von 50 EUR, 30 EUR, 20 EUR und 10 EUR zu gewinnen.

 

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und unseren Glückwunsch an die Gewinner.

 

Die Vorstandschaft

 

 

 

Hier nun die Auflösung:

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 5

 

Wo befindet sich die Quelle der Schozach

 

V        beim Vorhof zwischen Unterheinriet und Löwenstein         ( W )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 9

 

Der Bach, der beim Wüstenhausener Landturm in den Gruppenbach fließt, heißt

 

V        Erlenbach                 ( A )

 

           

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 10

 

Nach welchem Bach ist die Auensteiner Sporthalle benannt?

 

V        Tiefenbach   ( L )

 

 

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 1

 

Das abgebildete kleine, originell gestaltete Ilsfelder Wappen befindet sich:

 

 V am früheren Waaghäusle gegenüber dem Gasthaus Rössle ( B )

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 3

 

Wo mündet der Gruppenbach in die Schozach:

 

V         links der Hauptstrasse beim Ortsausgang Auenstein ( T )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 7

 

Das Schozacher Wappen zeigt ein Hufeisen und zwei abgekehrte Streitbeile.

 

 

 

Wo befindet sich das abgebildete Wappen:

 

V  neben dem Aufgang zum Rathausanbau in Ilsfeld  ( R )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 12

 

Der Name des neuen Baugebiets in Auenstein lautet

 

V        Hühnlesäcker          ( A )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 2

 

Wie heißt das Musikfest, das seit Jahren in Auenstein Jung und Alt begeistert?

 

V        Ochsenweg-Festival         ( O )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 4

 

Das Ilsfelder Wappen ist ein bewurzelter Baum mit der Hirschstange.

 

 

 

Das abgebildete Wappen befindet sich:

 

V        am Eingang zur Sturmfederhalle in Schozach           ( T )

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 11

 

Das Wappen der Familie von Gaisberg ziert den Eingang der Ruine Helfenberg.

 

 

 

Was stellt es dar?

 

V        Horn eines Steinbocks     ( B )

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 14

 

Wo findet man die  beiden Wappensteine heute, die früher an der abgebrochenen Alten Kelter in Auenstein  angebracht  waren?

 

 

 

V an der Volksbank in Auenstein        ( N )

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 6

 

Das abgebildete Wappen der Familie Michelfelder befindet sich

 

 

 

V  am Gebäude Ecke König-Wilhelm-Straße/Kirchstraße        in Ilsfeld            ( A )

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 8

 

Welcher Verein feierte in diesem  Jahr sein 100jähriges Bestehen mit einem Umzug in Auenstein?

 

V        der Musikverein Auenstein        ( T )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 13

 

Ein Grenzstein zeigt das heutige Ilsfelder Wappen lediglich als Baum mit zwei Wurzeln und vier Astpaaren.

 

 

 

Der Stein steht heute

 

V        beim Weg an der Nordseite der Bartholomäuskirche        ( H )

 


Rückblick – Kinderferienprogramm 2024

Ilsfelder Nachrichten Ausgaben Nr. 36  vom 05.09.2024 


 

Der Heimatverein hatte beim Kinderferienprogramm zu einem Event im

„Schwäbischen Urwald“ eingeladen. Mit 9 Kindern ging es von der

Tiefenbachhalle in Auenstein bergauf über Feld- und Wiesenwege zu einem

Baum- und Waldgrundgrundstück von Elsbeth Hege. Bereits auf dem Weg

waren die Kinder damit beschäftigt, Kleinlebewesen wie Insekten, Käfer,

Heuschrecken etc. aber auch Pflanzen zu entdecken und näher kennenzulernen.   

 

Auf dem Stückle angekommen, konnten sich die Hungrigen erst einmal mit

Brezeln und Brötchen stärken und den Durst löschen.  

 

Danach ging es in den Wald, auf einem schmalen Pfad, zuerst bergab, dann

wieder bergauf. Hier fanden sich umgestürzte Bäume, vertrocknete Äste und

Sträucher, wie im richtigen Urwald. Auf dem Weg wurde bereits trockenes Holz

gesammelt, da wir ja anschließend ein Feuer zum Würstchengrillen machen

wollten.  Mit viel Eifer waren alle beim Holzaufschichten und Feuermachen

dabei. Neben Würstchen konnte auch Stockbrot am Grill gebacken werden. 


Während eine Gruppe mit Elsbeth Hege nochmals eine Exkursion über die

Wiese und den Wald erleben konnten, blieb die restliche Gruppe bei der

Feuerstelle, um alles unter Kontrolle zu haben, schließlich hatten wir zwei

geschulte Fachleute von der Kinderfeuerwehr  dabei, die uns über

Mindestabstände und Rauchentwicklung belehrten. 

 

Viel Interessantes konnte

Elsbeth über ihre Löwen

(Ameisenlöwen) berichten 

und die Lebewesen auf der

Wiese und im Wald. 

Zum Ende musste das Feuer

noch fachgerecht gelöscht

werden, sodass keine Glut

mehr an der Feuerstelle

vorhanden war. Zufrieden,

etwas müde und leicht

verraucht konnte dann der

Rückweg zur Tiefenbachhalle

angetreten werden. 

 


 

 

Ein herzliches Dankeschön anElsbeth Hege, dass wir auf ihrem Grundstück sein konnten sowie für die tolle fachkundige Unterstützung.

 

M. Braun

 


Rückschau -  Holzmarktumzug

Ilsfelder Nachrichten Ausgaben Nr. 36  vom 05.09.2024

 


 

Beim Holzmarktumzug stellte der  Heimatverein die Gruppe der neun Ilsfelder Speis- und Gassenwirte dar, die im Jahr 1843  auf dem Holz- und Krämermarkt ihre Speisen und Getränke angeboten haben. Auf den Schildern konnte nachgelesen werden, was die Speisekarte so alles hergab.

 

 

Auf ihrem Leiterwagen führten die Wirte Apfelsaft und Apfelmost mit, den sie an die Besucher des Umzugs ausschenkten, was angesichts der sommerlichen Temperaturen ganz gut ankam. Aber bei den Wirten gab es auch etwas zu Essen, bunte Eier, Äpfel und kleine Salzbrezeln wurden an die am Straßenrand stehenden großen und kleinen Besucher verteilt.

 

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, an alle die mitgelaufen sind und eine Wirtsrolle übernommen haben. Aber auch ein herzlichen Dank an den Auhof Bärlin aus Affalterbach, die uns die bunten Eier gespendet haben und Heinz Gansky der die Eier und Äpfel organisiert hat.

 

 

 

Die Ilsfelder Holzmarktwirte

 


Ferienrätsel für Jung und Alt 2024 Einsendeschluss ist Mittwoch, 04.09.2024

Für alle, die sich noch an unserem diesjährigen Ferienrätsel beteiligen möchten, besteht nun die Gelegenheit, nochmals alle 14 Fragen im Überblick einzusehen, die sich Astrid Schulz und Walter Conrad für unser diesjähriges Ferienrätsel ausgedacht haben.

 

 

 

Hier die Vorgehensweise:

 

Am Ende finden Sie die Tabelle mit 14 Kästchen, die mit den Nummern von 1 – 14 versehen sind. Bei jeder Frage ist vermerkt, an welcher Stelle der richtige Buchstabe einzutragen ist.

 

Hinter jeder Frage stehen 3 Lösungsvorschläge, einer davon ist richtig. Hinter dem Lösungsvorschlag finden Sie einen Buchstaben in Klammern. Tragen Sie den Buchstaben der richtigen Lösung in das Lösungsblatt am Ende ein.

 

Das Lösungswort senden Sie entweder per E-Mail unter Angabe ihrer Adresse an den Heimatverein ([email protected]) oder Sie schneiden den Lösungsabschnitt mit Angabe ihrer Adresse am Ende aus und werfen es in den Briefkasten des Heimatvereins in Ilsfeld, Charlottenstr. 7 / Lothar Späth-Platz (neben der Polizei).

 

Ganz wichtig, Einsendeschluss ist Mittwoch, der 04.09.2024

 

Als Preise verlosen wir dieses Jahr Gutscheine im Wert zwischen 10 € und 50 €. Die Gewinner werden per Los ermittelt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Viel Erfolg bei unserem diesjährigen Ferienrätsel.

 

Die Vorstandschaft

 

 

 

Die Fragen im Überblick:

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 5

 

Wo befindet sich die Quelle der Schozach

 

O       im Wald zwischen Oberheinriet und Lehrensteinsfeld          ( B )

 

O       bei Vohenlohe – zwischen Abstatt und der Burg Wildeck    ( K )

 

O       beim Vorhof zwischen Unterheinriet und Löwenstein         ( W )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 9

 

Der Bach, der beim Wüstenhausener Landturm in den Gruppenbach fließt, heißt

 

O       Hausener Bach       ( M )

 

O       Erlenbach                 ( A )

 

O       Riegelbach               ( E )    

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 10

 

Nach welchem Bach ist die Auensteiner Sporthalle benannt?

 

O         Schozach      ( V )

 

O         Tiefenbach   ( L )

 

O         Bottwar        ( K )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 1

 

Das abgebildete kleine, originell gestaltete Ilsfelder Wappen befindet sich:

 

 

O        am ehemaligen Backhäusle in der Krummen Straße                      ( C )

 

O        am früheren Waaghäusle gegenüber dem Gasthaus Rössle        ( B )

 

O        am Gebäude der Pumpstation an der Ecke Große Hasengasse/Mühlstraße  ( A )

 

                       

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 3

 

Wo mündet der Gruppenbach in die Schozach:

 

O       kurz vor der Autobahnunterführung der Schozach beim Burgweg ( U )

 

O       zwischen Abstatt und Auenstein         ( S )

 

O       links der Hauptstrasse beim Ortsausgang Auenstein ( T )

 

 

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 7

 

Das Schozacher Wappen zeigt ein Hufeisen und zwei abgekehrte Streitbeile.

 

Wo befindet sich das abgebildete Wappen:

 

O        über dem Eingang zum früheren Rathaus in Schozach      ( D )

 

O        neben dem Aufgang zum Rathausanbau in Ilsfeld               ( R )

 

O        neben dem Treppenaufgang zur Kirche in Schozach          ( F )

 

           

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 12

 

Der Name des neuen Baugebiets in Auenstein lautet

 

O         Baumweide             ( P )

 

O         Schlossberg             ( E )

 

O         Hühnlesäcker          ( A )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 2

 

Wie heißt das Musikfest, das seit Jahren in Auenstein Jung und Alt begeistert?

 

O         Ochsenweg-Festival         ( O )

 

O         die lustigen Wingerter     ( G )

 

O         Schozachtal Jodler            ( I )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 4

 

Das Ilsfelder Wappen ist ein bewurzelter Baum mit der Hirschstange.

 

 

 

Das abgebildete Wappen befindet sich:

 

O        am Eingang zur Sturmfederhalle in Schozach           ( T )

 

O        am Gemeindehaus in Helfenberg                                ( U )

 

O         über dem Eingang zur früheren Volksschule, heute Polizeiposten, in Ilsfeld ( V )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 11

 

Das Wappen der Familie von Gaisberg ziert den Eingang der Ruine Helfenberg.

 

 

 

Was stellt es dar?

 

O         Ammonit                           ( F )

 

O         Trinkhorn                          ( O )

 

O         Horn eines Steinbocks     ( B )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 14

 

Wo findet man die  beiden Wappensteine heute, die früher an der abgebrochenen Alten Kelter in Auenstein  angebracht  waren?

 

O         an der Volksbank in Auenstein  ( N )

 

O         an der Schule in Auenstein         ( U )

 

O         an der Vorderseite des alten Auensteiner Rathauses ( M )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 6

 

Das abgebildete Wappen der Familie Michelfelder befindet sich

 

O        beim Eingang zur Gärtnerei der Familie Michelfelder in Wüstenhausen ( I )

 

O        am Gebäude Ecke Marktstraße/Vorstadtstraße in Ilsfeld                          ( G )

 

O        am Gebäude Ecke König-Wilhelm-Straße/Kirchstraße in Ilsfeld              ( A )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 8

 

Welcher Verein feierte in diesem  Jahr sein 100jähriges Bestehen mit einem Umzug in Auenstein?

 

O         Singchor Helfenberg                    ( S )

 

O         der Musikverein Auenstein        ( T )

 

O         Kult-Urzeit in Auenstein e.V.     ( V )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 13

O        beim Eingang zur Gärtnerei der Familie Michelfelder in Wüstenhausen ( I )

 

O        am Gebäude Ecke Marktstraße/Vorstadtstraße in Ilsfeld                          ( G )

 

O        am Gebäude Ecke König-Wilhelm-Straße/Kirchstraße in Ilsfeld              ( A )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 8

 

Welcher Verein feierte in diesem  Jahr sein 100jähriges Bestehen mit einem Umzug in Auenstein?

 

O         Singchor Helfenberg                    ( S )

 

O         der Musikverein Auenstein        ( T )

 

O         Kult-Urzeit in Auenstein e.V.     ( V )

 

 

 

Frage zu Lösungsbuchstabe Nr. 13

 

Ein Grenzstein zeigt das heutige Ilsfelder Wappen lediglich als Baum mit zwei Wurzeln und vier Astpaaren.

 

 

 

Der Stein steht heute

 

O        an der südlichen Friedhofsmauer                                            ( U )

 

O        am Eingang zum Friedhof beim Johann-Geyling-Haus      ( W )

 

O        beim Weg an der Nordseite der Bartholomäuskirche        ( H )

 

 

 

Lösungsabschnitt

 

Der Große Brand von Ilsfeld

Ilsfelder Nachrichten Ausgaben Nr. 27 – 29 vom 04.07. / 11.07. / 18.07.2024

 

 

 

 

Vor 120 Jahren, am 4. August 1904, wurde der größte Teil des Dorfes bei einem Großbrand zerstört. Obwohl 19 Feuerwehren, darunter auch die der Stadt Heilbronn und ein in Heilbronn stationiertes Infanterieregiment, gegen die Flammen ankämpften, war die Katastrophe im eng bebauten Dorf nicht aufzuhalten.

 

 

 

Die Ursache der engen Bebauung des Ortes geht vermutlich zurück auf die Dorfmauer, die im 15. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Die Dorfmauer bot einen bestimmten Schutz gegen versprengte Söldnerhaufen und räuberische Banden, deshalb hat man Gebäude bevorzugt innerhalb der Dorfmauer errichtet.

 

 

 

Durch den heftigen Ostwind haben sich die Flammen schnell ausgebreitet. Dazu beigetragen hat die Hanglage des Dorfes von der Schozach in Richtung zum Alten Friedhof, die zu einer terrassenförmigen Bebauung führte.

 

 

 

In einem Bericht an den König sind die Schäden aufgeschlüsselt: 130 Wohngebäude einschließlich der öffentlichen Bauten, 77 Scheunen, 71 Stallungen und 42 Schuppen sind abgebrannt. Beschädigt wurden 25 Wohngebäude, 10 Scheunen, 7 Stallungen und 6 Schuppen. Etwa 700 Ilsfelder waren obdachlos. Ein Toter war zu beklagen: Gemeinderat Friedrich Gemmrig ist im Keller seines Hauses erstickt.

 

 

 

Anschaulicher als die amtlichen Berichte sind die Erinnerungen der vom Unglück Betroffenen. Der damals 64-jährige Johann Schäfer hat seine Eindrücke vom Großen Brand auf mehreren Seiten festgehalten und in seiner Bibel hinterlegt:

 

 

 

„Am 4. August, Donnerstag, ging Feuer aus abends um ½3 in Wilhelm Sieber, Seifensieder Anwesen (bei „Häußermanns Ochsen“), durch den 7 Jahr alten (Albert) Schütz. Dieser wollte in Gemeinschaft mit Kindern vom Sieber Äpfel braten, die Einwohner waren meistens im Feld Haber wenden, große Hitze, lange Zeit vorher alles dürr, das Feuer fraß schnell um sich. Um 4 Uhr brannte schon unsere Kirche. Ochsen und anderes Vieh sind verbrannt. Tauben wollten heim, sind in der Luft verbrannt und sind heruntergefallen. Verbrannt sind das Pfarrhaus, Rathaus, Schulhaus, Kinderschule, Lehrerwohnung und Kirche. Kaufläden 3 große und 3 kleine verbrannt. Wirtschaften sind verbrannt – Hirsch, Adler, Traubenwirt, Kronenwirt, Rosenwirt, Waldhorn. Viele konnten nichts retten oder sehr wenig bis sie vom Felde kamen. Alle Keller brannten aus. Welch ein Entsetzen, der Jammer war groß. Es war herzzerreißend in der Schreckensnacht, in Gärten und Feld mussten Schweine, Ziegen und viel Vieh an Bäume gebunden werden. Die Angehörigen mit ihren wenig geretteten Habseligkeiten kauerten trübselig dabei unter freiem Himmel. Am Sonntag wurde durch den Herrn Pfarrer Gottesdienst einige mal im Friedhof gehalten. Welch unvergesslicher trauriger Anblick, wo es viele nasse Augen gegeben hat.“

 

Die Bartholomäuskirche nach dem Großen Brand

 

 

 

Bereits zwei Tage nach dem Brandunglück besuchte König Wilhelm II. die Brandstätte, der König tröstete die Betroffenen und versprach Hilfe und Beistand.

 

 

 

Die Neckarzeitung berichtete am 8. August 1904 vom Besuch des Königs.

 

 

 

„Am Samstag sollte es Wahrheit werden. Um 11 Uhr 45 Minuten fuhr der Zug (von Marbach kommend) mit dem König ein. Nach der Begrüßung trat er den Rundgang durchs Dorf an. Nicht Schutt und Stein und Holz, nicht Staub- und Rauchwolken auch nicht glühende Mittagshitze oder widriger Aasgeruch vermögen seine Schritte zu hemmen – alles wird in Augenschein genommen.

 

 

 

Dem Ernst des Unglücks entsprechend wurde der König durch Hutabnehmen, Stillstehen und Verbeugung gegrüßt. Einige Mal trug es sich auch zu, dass ein beim Brand Verwundeter am Wege stand. Alsdann redete ihn der König freundlich an und erkundigte sich nach dem Befinden. Da und dort richtete er an weinende Frauen ein Trostwort. Steht da am Weg eine Witwe tränenden Auges. »Sind sie versichert«, fragt teilnahmsvoll der Herr. »Ach, es ist nicht der Rede wert«, entgegnet das Weib. »Trösten Sie sich, es wird Ihnen beigestanden werden«, wirft der König ein, worauf das Weib treuherzig meint: »Jo, Herr König, send se so guat Herr Majestät und sorget sie au für arme Witwen, wie i eine bin«. Ein Bürger erzählte, dass er den kleinen Knaben mit dem »runden Ding, mit so‘m Deckele« (Spirituskocher) aus dem Haus des Seifensieders Sieber habe fliehen sehen.“

 

 

 

Der König vor dem Eingang zur Sakristei der Kirche

 

Vor seiner Abreise versprach der König Hilfe. „Unter den abermaligen Hochrufen der Menge fuhr der König, grüßend am Wagenfenster stehend, um 1 Uhr 7 Minuten wieder ab.“

 

 

 

Der Große Brand von Ilsfeld: Eindrücke vom Leben nach der Katastrophe

 

 

 

Zur ersten Linderung der Not schlug das Militär Zelte für Obdachlose auf, die Staatseisenbahn stellte umgehend alte Eisenbahnwagen als Notunterkünfte zur Verfügung. Im Bereich der heutigen Fischerstraße standen etwa 30 Eisenbahnwagen, die den Eindruck einer kleinen Siedlung hinterließen. Ob das Leben so harmonisch war, wie das Bild vermittelt, ist fraglich.

 

Eisenbahnwagen als Notunterkünfte

 

 

 

 

 

Die Firma Knorr aus Heilbronn richtete eine Suppenküche ein, von der die Abgebrannten täglich drei Mahlzeiten kostenlos erhielten.

 

 

 

Die Katastrophe hatte sich schnell herumgesprochen. Von nah und fern strömten Menschen herbei, um sich einen Eindruck von dem abgebrannten Ort und der Not der Betroffenen zu verschaffen.

 

 

 

Die „Stuttgarter Volksbücher“ berichteten:

 

 

 

„Wohl an die 20 000 Menschen besuchten am ersten Sonntag die Brandstätte. Von Marbach und Heilbronn kamen sie mit der Schmalspurbahn nach Ilsfeld, in Viehwagen stehend oder auf den Dächern der Waggons sitzend: lebensgefährliche Stauungen entstanden am Kassenschalter des Südbahnhofs Heilbronn. Noch schlimmer wurde es auf dem Rückweg. Während noch in den Abendstunden überfüllte Züge in Ilsfeld anlangten, wurden die von dort nach Heilbronn fahrenden Züge in einer Weise gefüllt, dass es ein Wunder ist, wenn nicht ein Unglück passierte.“

 

Vom Ansturm der Schaulustigen am ersten Sonntag nach dem Brandunglück berichtete ebenfalls die Neckarzeitung:

 

„Schon früh gegen 3 Uhr strömten von allen Seiten Leute herbei. Flein passierten zwischen 2 bis 9 Uhr vormittags etwa 10 000 Fremde, so dass um 6 Uhr morgens der Ort leer getrunken und leer gegessen war. Ein stark besuchtes Cannstatter Volksfest kann den Vergleich mit diesem Verkehr etwa bestehen.“

 

Das vom Brand zerstörte Dorf

 

Da das Pfarrhaus auch abgebrannt war, versetzte die Kirchenleitung Pfarrer Hartmann mit seiner Ehefrau und den sieben Kindern. Seine Stelle nahm der alleinstehende Vikar Adolf Loebich ein. Das Pfarramt war in der Deker'schen Mühle (heute Reihenhäuser in der Mühlstraße) untergebracht. Über das Leben nach dem Brand schrieb Loebich am 13. September 1904 an seinen Vater:

 

„Zum Opa mit zwei Stuben und ein paar Kammern sind drei Kinder mit Gatten und Enkeln gezogen, 5 Kleine wuseln um den alten Mann, in einer Stube sind etwa 15 Leute zum Essen versammelt. Am Bahnhof stehen abgerüstete Eisenbahnwagen, je einer für zwei Familien. Der eine Raum ist alles zugleich. Sie schlafen auf Stroh mit den Kleidern, alle miteinander. Ich nenne eine einzige Stube mein, eine Giebelstube bei einer verwitweten Frau Oberlehrer, 2,18 m hoch und 3,10 auf 3,70 m im Bodenmaß.“

 

 

 

 

 

 

 

Der Große Brand von Ilsfeld: Hilfsbereitschaft und Wiederaufbau

 

 

 

Der Ilsfelder Vikar Adolf Löbich schrieb in einem Brief an seinen Vater von den Hilfsmaßnahmen:

 

„Es kommen herzerfreuend viele Spenden, aber zu viele Hände strecken sich bittend aus. Um einen Bettrost melden sich 50, welche Szenen bei der Verteilung im Magazin, alle Teufel sind da los.

 

 

 

Bei Nahrungsmitteln bekommen alle das gleiche, da gibt’s keinen Streit.

 

Überall steigen schon wieder die Mauern aus der Erde. Überall Leben und Bewegung, tief in der Nacht klopft der Schmied, rasseln Wagen, wird gegraben und gemauert. Arbeiter in Mengen, darunter viel Gesindel, 80 Pioniere tagsüber wacker aufräumend, abends die Wirtschaftsschenken mit Soldatenliedern füllend bis der Zapfenstreich geblasen wird.“

 

 

 

Der Ravensburger Fabrikant Julius Spohn (1841-1919) betrieb in Neckarsulm eine große Jutespinnerei mit Weberei. Sein Sohn Richard erinnerte sich noch 1951 an die sofortige Hilfe, er schrieb:

 

 

 

„Ich erinnere mich noch sehr genau daran, als mein Vater nach dem Großbrand in Ilsfeld helfend eingegriffen hat, und ich weiß noch, dass er von Ravensburg aus 40 komplette Betten in einem Waggon absenden ließ, der durch Vermittlung des damaligen Eisenbahnvorstands, Herrn Fischötter, der später in Heilbronn war, an den Schnellzug angehängt wurde, so dass die Betten schon am anderen Morgen in Ilsfeld eingetroffen sind, was dort große Freude machte.“

 

 

 

Darüber hinaus spendete Julius Spohn für den Wiederaufbau 25 000,- Reichsmark. Die Größenordnung der Spende zeigt ein Blick auf die Baukosten beim Wiederaufbau. Das Lehrerwohnhaus (heute Museum und Gemeindeverwaltung) kostete 20 000,- Reichsmark, 28 000,- Reichsmark der Kindergarten Dorastift. Der Name der Straße zwischen der Rathausstraße und der Charlottenstraße erinnert an Julius Spohn, den der Gemeinderat zum Ehrenbürger von Ilsfeld ernannt hat.

 

 

 

Die Höhe der Spenden, die dem Hilfskomitee zur Verfügung standen, betrug

 

560 000,- Reichsmark. Einige Auszüge aus der Spendenliste zeigen, dass die Hilfsbereitschaft weit über die Grenzen von Württemberg hinausgingen.

 

         Stadtrat Zittau in Sachsen: 50,-

 

         Volkszeitung (Wuppertal) - Barmen: 655,95

 

         Evangelische Sonntagsblatt für Bayern Rothenburg: 59,50

 

         Pfarrer Rothweiler (Wuppertal)-Elberfeld: 159,40 Reichsmark

 

         Bankgeschäft Taeuber und Holz in Davos-Platz, Schweiz: 1 000,- Franken.

 

 

 

Ungerade Beträge lassen darauf schließen, dass die Spenden wohl durch einen besonderer Spendenaufruf vor Ort eingingen.

 

 

 

Der Württembergische Hilfsverein und der Schwäbische Albverein organisierten in Heilbronn eine „Herbst-Partie zu Gunsten der Abgebrannten in Ilsfeld“ mit Tanzmusik, humoristischen und Gesangs-Vorträgen und einem großartigen Brilland-Feuerwerk.

 

 

 

 

 

 

 

Einladung Herbstparty in Heilbronn

 

Der Wiederaufbau konnte umgehend in Angriff genommen werden. Ilsfeld entwickelte sich für etwa zwei Jahre zu einer Großbaustelle. Für den Ablauf verantwortlich waren vier Regierungsbauführer und Werkmeister, fünf Geometer, sechs Architekten mit Büros von 6-30 Gehilfen.

 

 

 

Die Baumaterialen wurden mit der Bahn antransportiert, sie lagerten teilweise am Bahnhof, teilweise in den jeweiligen Vierteln.

 

Wiederaufbau der Gaststätte Krone, später Diakoniestation, heute Fachbereich Kinder und Jugend der Gemeindeverwaltung

 

 

 

 

 

 

 

20 Bauführer, 200 Unternehmer aus allen Teilen Württembergs arbeiteten mit 1.200 Arbeitern im Ort. In der Hauptbauzeit von Oktober bis Dezember 1904 wurden in drei Tagen jeweils zwei Häuser aufgeschlagen. Ende April 1905 waren 121 Bauten fertiggestellt.

 

 

 

Drei Monate nach dem Brandunglück fand erstmals eine Einweihungsfeier statt. Am Am 6. November 1904 wurde die Interimskirche ihrer Bestimmung übergeben. Die Kirche, die man immer als Notkirche bezeichnete, diente 60 Jahre als Gemeindehaus und Winterkirche. 1964 wurde die Notkirche abgerissen, an ihrer Stelle entstand das Johann-Geyling-Haus.

 

 

 

Am 19. Mai feierten die Verantwortlichen mit den Bauarbeitern das Richtfest der wiederaufgebauten Bartholomäuskirche in der Bahnhofswirtschaft.

 

 

 

Das Jahr 1906 wurde zu einem Festjahr:

 

         28. April:         Einweihung des Kindergartens Dorastift

 

           3. Mai:           Einweihung des Schulhauses und der Lehrerwohnhauses

 

         21. Juli:            Einweihung des Rathauses

 

           6. Dezember: Einweihung der Bartholomäuskirche

 

 

 

Mit der Einweihung der Bartholomäuskirche wurde der Wiederaufbaus offiziell abgeschlossen.

 

 

 

Zur Einweihung der Kirche kamen König Wilhelm II. und Königin Charlotte mit der Schmalspurbahn nach Ilsfeld, während der Fahrt vom Bahnhof bis zum Empfang im Dorastift läuteten die Glocken. Um zwei Uhr ist das Königspaar wieder „unter stürmischen Hochrufen der dicht versammelten Menschenmenge“ von Ilsfeld über Marbach nach Stuttgart zurückgefahren.

 

 

 

Die Verantwortlichen für den Wiederaufbau und die Festgäste waren zu einem Festessen in den Gasthof Hirsch eingeladen. Auf der Einladung stand die „Speisenfolge“:

 

 

 

Knorrs Ochsenschweifsuppe

 

Mast-Ochsenfleisch mit Beilagen

 

Schlachtbraten – Rehbraten

 

Lendenbraten – Breite Nudeln

 

Maccaroni und Spätzle

 

Gansbraten mit Salat

 

Dessert

 

 

 

Quellen und Abbildungsnachweis für die Reihe Der Große Brand von Ilsfeld:

 

Conrad, Hans/Conrad, Walter/Haug Ursula und Walter/Mugele, Adelheid/Pschunder, Hildegard

 

Die Evangelische Kirche Ilsfeld – Vor und nach dem Großen Band 1904 –           Geschichte,     Menschen, Begebenheiten, Ilsfeld 2006

 

            10,- Euro, Bezug: Rathaus oder Pfarramt

 

 

 

Ott, Wolfgang

 

Der Wiederaufbau des 1904 abgebrannten Dorfes Ilsfeld. Wettbewerb und Ausführung.

 

            Magisterarbeit, Tübingen 1986

 

            Die Veröffentlichung kann beim Ilsfelder Heimatverein ausgeliehen werden.

 

 

 

Ilsfelder Heimatverein: Archiv

 

 

 

Einige zitierte Texte sind teilweise sprachlich geringfügig angepasst. Auslassungen sind nicht gekennzeichnet.

 

 

 

Abbildungen:

 

Veröffentlichung „Die Evangelische Kirche Ilsfeld ...“ und Ilsfelder Heimatverein

 

 

 

Walter Conrad / M. Braun

 


Wer wir sind

Im Jahr 1985 haben Bürgerinnen und Bürger aus Ilsfeld und den Teilorten unter der Federführung von Altbürgermeister Eugen Härle den Heimatverein gegründet.

 

Was wir leisten

Der Ilsfelder Heimatverein hält mit Veröffentlichungen, Vorträgen, Ausflügen und Besichtigungen das Interesse für Heimatgeschichte, Kultur und Brauchtum lebendig.

 

Kontakt

 Ilsfelder Heimatverein

Altes Lehrerwohnhaus

Charlottenstraße 7
74360 Ilsfeld

[email protected]